Aesch

Im ersten Anlauf: Eveline Sprecher (SP) holte mit über 50 Prozent der Stimmen das Präsidium

Eveline Sprecher ist über ihren Sieg im ersten Anlauf erstaunt.

Eveline Sprecher ist über ihren Sieg im ersten Anlauf erstaunt.

Kein zweiter Wahlgang in Aesch: Eveline Sprecher (SP) holt mit über 50 Prozent der Stimmen das Präsidium. Insgesamt 1087 Stimmen sichern ihr das Amt, das sie bereits am Mittwoch übernimmt. Sogar Sprecher selber hat nicht daran geglaubt, dass aus der ersten Runde ein Sieger hervorgehen würde.

Dass der Kampf um das Aescher Gemeindepräsidium bereits nach dem ersten Wahlgang vorbei ist, hätte niemand gedacht. Mit drei Kandidaten – die bisherige Präsidentin Marianne Hollinger war nicht mehr dabei – war die Chance gross, dass es zu einem zweiten Wahlgang kommt. Und doch hat bereits der erste Urnengang eine Siegerin hervorgebracht – gesiegt hat in der nicht typisch linken Gemeinde eine SP-Kandidatin.

Eveline Sprecher ist 2012 in den Gemeinderat nachgerückt und holte sich nun bei einer Stimmbeteiligung von 32,25 Prozent mit 1087 Stimmen das Präsidium. Das Ergebnis war bei einem absoluten Mehr von 1062 Stimmen zwar knapp, doch die beiden Mitstreiter Andreas Spindler (SVP) und Stephan Hohl (FDP) hatten keine Chance: Mit 305 und 726 Stimmen kamen sie auch zusammen nicht an das Resultat von Sprecher heran, die das Amt schon am Mittwoch übernimmt.

«Es grenzt an eine Sensation»

Sogar Eveline Sprecher selber hat nicht daran geglaubt, dass aus der ersten Runde ein Sieger hervorgehen würde. «Ich war überzeugt, dass es einen zweiten Wahlgang gibt», sagt sie im Anschluss an ihre Wahl. «Ich habe im Vorfeld gesagt, dass es an eine Sensation grenzt, wenn es jemand von uns schafft.» Sie habe es zwar gehofft, «egal, für wen».

Die Hauptsache sei, dass man das Thema Gemeindepräsidentenwahl nun abschliessen und sich den regulären Geschäften widmen könne. Das deutliche Resultat erklärt sich Sprecher durch ihre Bekanntheit in der Gemeinde. «Ich bin schon lange politisch aktiv und ich denke, die Menschen kennen mich – egal, aus welcher Bevölkerungsschicht.» Dies sei auch ihrer Arbeit als Biobäuerin zu verdanken. Wie bereits vor der Wahl ist sie davon überzeugt, dass ihre Parteiangehörigkeit nichts mit dem Sieg zu tun hat: «Nein, das war eine Persönlichkeitswahl.»

FDP-Kandidat Stephan Hohl sieht hingegen in der Parteizugehörigkeit einen möglichen Grund für das Resultat. «Zwei bürgerliche Kandidaten waren keine gute Ausgangslage.» Das könne zu einer verstärkten Mobilisierung bei der SP geführt haben. «Aber das ist Spekulation.»

Über sein Resultat sei er enttäuscht, er hätte das Amt gerne ausgeführt, sagt er. «Ich gratuliere Eveline Sprecher aber und freue mich auf die Zusammenarbeit», fügt er an. Stephan Hohl ist erst seit anderthalb Jahren im Gemeinderat – auch das könne dazu beigetragen haben, dass er weniger Stimmen holte. «Aber ich finde das Resultat für die kurze Zeit im Gemeinderat ganz beachtlich», sagt er. Als Unternehmer könne er mit Niederlagen umgehen. «Sie gehören zum Geschäft und man kann immer etwas daraus lernen.»

SVP-Kandidat kann nur in eigener Partei punkten

Weniger enttäuscht zeigt sich Andreas Spindler (SVP). «Nach den Gemeinderatswahlen war es eigentlich vorhersehbar, dass ich auf dem dritten Platz lande», meint er. Damals erhielt Spindler 987 Stimmen, Hohl 1219 und Sprecher 1389. Es sei ihm nicht gelungen, über die Parteigrenzen hinaus Stimmen zu holen, und er akzeptiere das Votum der Bevölkerung. Auch er habe erwartet, dass aus dem ersten Wahlgang kein Sieger hervorgeht. Aber: «Eveline Sprecher ist im Dorf sehr verankert und hat gute Arbeit geleistet.»

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