Der Weierbach im Grenzgebiet zwischen Oberwil und Binningen gehört zu den Schweizer Kleinbächen, die am stärksten mit Pflanzenschutzmitteln belastet sind. Dies ist das Resultat zweier Studien der Eawag, des Wasserforschungsinstituts der ETH, und des Oekotoxzentrums zu fünf Gewässern in landwirtschaftlich genutzten Einzugsgebieten. Untersucht wurde von März bis Oktober 2017. Die Konzentrationen einzelner Stoffe stellen über Monate hinweg ein Risiko für chronische Schäden dar und liegen längere Zeit über Werten, ab denen für Pflanzen und Tiere im Wasser ein akut toxisches Risiko besteht.

Zu diesem Befund führten einzelne besonders problematische Stoffe, aber auch die ganze Mischung aus Herbiziden, Fungiziden, Insektiziden und weiteren Mitteln. Im Weierbach lag das berechnete Risiko bis 50-mal über der Schwelle, ab welcher negative Effekte auf Fortpflanzung, Entwicklung und Gesundheit von Pflanzen, Tieren und Mikroorganismen befürchtet werden müssen.

Geringere Gesamtbelastung

Beprobt wurde der Weierbach bereits 2015. Ein Vergleich der beiden Untersuchungsjahre zeigt ein sehr unterschiedliches Spektrum an Stoffen. So sind im Weierbach insgesamt 21 Substanzen problematisch für Wasserlebewesen. Davon zeigten aber nur vier in beiden Jahren zu hohe Konzentrationen. Als Gründe dafür kommen vor allem das Wetter sowie die Lage der jeweiligen Anbauflächen zum Gewässer infrage. Die Gesamtbelastung im Weierbach war vor zwei Jahren jedoch tiefer als 2015.

Seit Anfang 2017 läuft das Ressourcenprojekt Leimental des Baselbieter Amts für Umweltschutz und Energie. Damit soll sich die Qualität des Wassers und des Bodens bei einer gesteigerten landwirtschaftlichen Produktivität verbessern. Dafür werden passende Massnahmen entwickelt und die notwendigen finanziellen Mittel für die Umstellung in den Betrieben durch Bund und Kanton bereitgestellt.

Massnahmenbündel

Zur Reduktion der Gewässerbelastung brauche es ein ganzes Bündel an Massnahmen, sagt Bodenhydrologe Christian Stamm von der Eawag. «Dazu zählen der Ersatz von besonders kritischen Stoffen, eine generelle Reduktion des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln und das Minimieren von Verlusten aus den Anbauflächen – alles Punkte, die im Nationalen Aktionsplan Pflanzenschutzmittel vorgesehen sind und nun möglichst rasch umgesetzt werden müssen», erklärt Stamm.

Mit der Nationalen Beobachtung der Oberflächengewässer schaffen Bund, Kantone und Institutionen die Grundlagen, um den Zustand der Schweizer Gewässer zu beurteilen.