Baslerhofscheune

In Bettingen steht eine alte Dame im neuen Kleid

Die Baslerhofscheune vor der Renovierung.

Die Baslerhofscheune vor der Renovierung.

Nach einer umfangreichen Sanierung wurde am Dienstag die Baslerhofscheune in Bettingen feierlich eröffnet. Das Architekturbüro Merki Schmid verbindet im historischen Bauwerk Neu und Alt.

Bettingen hat wieder ein Wahrzeichen, das die Besucher im Dorfkern gebührend willkommen heisst. Während Jahrzehnten lag die Baslerhofscheune im Dornröschenschlaf, diente hauptsächlich als Abstellkammer und für provisorische Zwischennutzungen und gab auch optisch keine gute Figur ab. Nach drei Jahren Planungs- und 15 Monaten Bauzeit erhielt die «alte Dame ein neues Kleid», wie es gestern Gemeindepräsident Patrick Götsch und zuvor schon seine Kollegin Eva Biland formulierten.

Und dieses neue Kleid passt sich an das Alte an. Die im 17. Jahrhundert erbaute Baslerhofscheune hat trotz markanter Veränderungen ihren einstigen Charakter nicht verloren. Im Gegenteil, wie Peter Abt von der Dorfbildkommission lobte. «Die Architekten haben den ursprünglichen Zustand wieder zurück in die Scheune gebracht und hervorragend mit dem Neuem verbunden.» Diese Kombination aus Neu und Alt verleihen dem Ort im Zentrum eine angenehme Atmosphäre, ist Gemeinderätin Biland überzeugt. «Die Architekten haben die Charakterzüge des Ortes gespürt und eine architektonische Delikatesse geschaffen.»

Hervorragende Akustik

Rund 2,3 Millionen Franken liess sich die Gemeinde die Sanierung kosten. Das Architekturbüro Merki Schmid erhielt mit seinem mutigen Projekt den Zuschlag. Statt zwei beliessen sie es bei einer Etage in der Scheune. Das neu gestaltete Dach mit der roten Isolierung kommt optimal zur Geltung und sorgt zudem mit der auf die Scheune ausgerichteten Lautsprecheranlage für eine hervorragende Akustik, sodass sich die Baslerhofscheune auch für Konzerte eignet. Die Anbauten neben der eigentlichen Scheune wurden entfernt und neu gestaltet. Es entstanden ein ungedeckter Innenhof, eine Küche und Toiletten, ein Konferenzraum und ein öffentliches, hindernisfreies WC.

Der sonnenseitig gelegene Baslerhof mit seiner Scheune hatte bedeutenden Einfluss auf die Entwicklung der Dorfschaft ab dem 17. Jahrhundert. Der noch ältere Dorfteil Bettingens liegt am eher schattigen Bergabhang an der Oberen Dorfstrasse. Das auf der Sonnenseite gelegene Land wurde damals für die Landwirtschaft genutzt. Viele andere historische Bauten hat Bettingen nicht. Die denkmalgeschützte Baslerhofscheune ist deshalb als Zeugin der Dorfgeschichte enorm bedeutend.

Der Umbau war für Bettingen sowohl finanziell wie auch organisatorisch ein Grossprojekt. Bereits der Kauf des Grundstücks zog sich über Jahre hin. Alle Beteiligten haben die Basis dafür gelegt, dass die Baslerhofscheune nicht nur ein historisches Bauwerk mit musealem Charakter bleibt, sondern ein geselliges Zentrum für Anlässe aller Art. Die Baslerhofscheune kann für private Anlässe gemietet werden.

Tag der offenen Tür: Samstag, 11. Juni, 10 bis 18 Uhr.

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