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In Bubendorf geht der Ofen aus: Traditionsunternehmen Tiba AG verlässt das Hintere Frenkental

In der Tiba werden von der Blechbearbeitung bis zur Endmontage alle Arbeitsabläufe ausgeführt, auch schweissen.

In der Tiba werden von der Blechbearbeitung bis zur Endmontage alle Arbeitsabläufe ausgeführt, auch schweissen.

Das Traditionsunternehmen Tiba AG kehrt nach über 70 Jahren dem Hinteren Frenkental den Rücken zu. Aber es bleibt im Baselbiet.

Bubendorf verliert in absehbarer Zeit ein wichtiges Unternehmen. Die traditionsreiche Tiba AG, die 1848 in Titterten gegründet worden ist und nach dem Zweiten Weltkrieg ihr Domizil ins Hintere Frenkental verlegt hat, zieht weg. Dies verbreitete Inhaber und Geschäftsführer Lukas Bühler am Neujahrsapéro der FDP Baselland, der am Mittwoch in seinem Betrieb stattfand.

Die Tiba bleibt dem Baselbiet jedoch erhalten. Wo genau sie ihren neuen Geschäftssitz haben wird, entscheidet sich in der zweiten Februar-Hälfte. «Wir sind noch am Evaluieren und schauen uns im Kanton zwei Standorte an», verrät Bühler dieser Zeitung. Noch sind keine Verträge unterschrieben. Deshalb kann er den definitiven Standort noch nicht bestätigen.

Geplant ist ein Büro- und Produktionsgebäude mit einer Fläche von 6000 Quadratmetern. Dafür investiert das Familienunternehmen acht Millionen Franken. Die Verantwortlichen setzen sich schon seit ein paar Monaten mit diesem Gedanken auseinander. Denn die Platzverhältnisse in Bubendorf sind für den Betrieb nicht mehr optimal. Dieser hat die Liegenschaft der benachbarten Bachem AG verkauft, die auf dem Gelände unter anderem ein Parkhaus für den Eigenbedarf errichten lässt. Lukas Bühler geht davon aus, dass das Areal nach dem Auszug seiner Firma weiterentwickelt wird.

Bubendörfer Gemeinderat per Telefon informiert

Der Bubendörfer Gemeinderat ist über den Entscheid der Tiba, aus dem Ort wegzuziehen, im Bild. Er wurde vom Firmenchef aber erst gestern Morgen telefonisch darüber unterrichtet. Gemeindepräsident Walter Bieri erklärt: «Für Bubendorf bedeutet das einen Verlust von Arbeitsplätzen. Auch könnten Steuerzahler wegziehen wegen ihres neuen Arbeitsplatzes.» Definitive Aussagen könne er zum jetzigen Zeitpunkt aufgrund von weiteren Unbekannten noch nicht machen, so Bieri weiter.

Auch die Baselbieter Standortförderung wurde involviert. Anfang Woche hat die Tiba-Geschäftsleitung die Belegschaft über ihre Absicht informiert. Die Firma beschäftigt schweizweit 100 Personen, allein 70 in Bubendorf. Davon stammen 90 Prozent aus dem Oberbaselbiet. Der Neubau ist grösser als der bestehende konzipiert, vor allem im Verwaltungs- und Ausbildungsbereich. «Wir hoffen, dass wir weitere Stellen schaffen können», erklärt der 39-jährige Lukas Bühler.

Weitherum bekannt für Öfen und Herde

Der studierte Ökonom ist seit 2015 alleiniger Inhaber und Geschäftsführer der Tiba. Er trat vor 23 Jahren, als sein Vater die Firma gekauft hatte, in den Betrieb ein. Umsatz- und Gewinnzahlen gibt das Familienunternehmen nicht bekannt.

Auf dessen Produktepalette stehen Speicheröfen, Kochherde, Stahlküchen, Bademöbel sowie Systeme für erneuerbare Energie. In der Tiba werden von der Blechbearbeitung bis zur Endmontage alle Arbeitsabläufe ausgeführt. Öfen und Herde treten allmählich in den Hintergrund, dafür wird der Heizungs- und Küchenbau forciert. CO2- arme Heizungen gewinnen angesichts des Klimawandels an Bedeutung.

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