Rockakademie

In der Pratteler Konzertfabrik Z7 wird jeder zum Rockstar

Das Z7 wandelt sich vom Rock-Musikpalast zur Ausbildungsstätte.

Das Z7 wandelt sich vom Rock-Musikpalast zur Ausbildungsstätte.

Namhafte Bands der Szene kehren in die Konzertfabrik Z7 in Pratteln auf ihren Tourneen ein. Geschäftsführer Norbert Mandel hat nun zusammen mit dem Zürcher Projektplaner François Cochard die Rockakademie-Z7 initiiert, die ab Oktober im Z7 und in der Galery Music Bar ihre Seminare anbieten wird.

François Cochard, Ihre neue Rock-Akademie verspricht, den Teilnehmern zu zeigen, «wie man Erfolg hat». Wie denn?

F. Cochard: Seinen Erfolg muss jeder selbst realisieren. Aber wir bieten Dozenten, die im Musikgeschäft selbst erfolgreiche Macher sind. Sie können den Teilnehmern auch zeigen, wie man jene Fehler vermeidet, aus denen sie selbst gelernt haben.

Welche Dozenten sind das?

Das sind aus dem Praxisbereich erfahrene Leute vom Z7 und ich selbst, sowie der Musikjournalist Leo Niessner und die beiden Rechtsexperten Andrea F. G. Raschèr und Poto Wegener. Mit weiteren Personen sind wir im Gespräch, etwa mit Charts-Chef Andy Renggli oder mit Tim Renner, dem Leiter der Popakademie: Er hat Rammstein gross gemacht und veröffentlichte eine provokante Theorie, warum die Musikindustrie das digitale Zeitalter verpasst hat.

Das sind die Lehrer. Und wer soll an der Akademie lernen?

Natürlich zuerst die Musiker, die wir befähigen wollen, ihre Chancen zu nutzen: Wer das Musikbusiness versteht, kann strategisch vorgehen und seinen Erfolg nicht dem Zufall überlassen. Zweitens als Einstiegsangebot Musikfans, die vom Kabelleger bis zum Bandmanager hinter die Kulissen schauen möchten. Drittens Profis, die sich in Spezialgebieten fortbilden möchten.

Die Institution nennt sich «Rock»-Akademie. Welche Genres dürfen sich angesprochen fühlen?

Alle. Das Musikgeschäft ist für alle Genres gleich; alle Musiker müssen marktwirtschaftlich existieren können. Es ist uns bewusst, dass «Rock»-Akademie provokant klingt. Aber erstens sind wir mit dem Z7 verbunden, das sich dem Rock und Metal verschrieben hat; zweitens klang uns «Musik»-Akademie zu sehr nach Musikschule.

Welche Seminare erwarten die Teilnehmer auf der Rockakademie?

Es wird Übersichtsseminare geben, zum Beispiel über die Zusammenhänge im Musikgeschäft; und es wird Vertiefungsseminare geben, wie zum Beispiel über das Urheberrecht. Ausserdem haben im Dezember vier Bands die Möglichkeit, einen Tag lang mit dem Z7-Team den Bühnenaufbau zu proben. Lokale Supportbands sind oft überrascht und überfordert, wenn sie zum ersten Mal auf einer grossen Bühne stehen.

Wie ist das Interesse bisher?

Wir sind sehr zufrieden mit den Anmeldungen. Das freut und bestätigt uns besonders, weil wir noch gar nicht mit der Werbung für die Rockakademie angefangen haben. Die Interessierten kommen aus der ganzen deutschsprachigen Schweiz. Wir haben auch Anfragen aus dem Elsass und der Romandie nach englischsprachigen Angeboten. Tatsächlich sind wir im Gespräch mit anglophonen Experten und können vielleicht schon 2013 Seminare anbieten.

Sie sprachen von erfolgreichen Machern. Was macht das Z7 richtig?

(Lacht) Herzblut. Sie haben sich für ihre Sache eingesetzt und hartnäckig alles dafür gegeben. Sie haben sich nicht kleinkriegen lassen von Rückschlägen. Genau so kann auch jeder Musiker erfolgreich sein: Wer von seiner Musik überzeugt ist, wird mit etwas Geduld, Strategie und dem Verständnis für das Musikgeschäft auch sein Publikum finden.

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