Mietersuche

In Liestal ist es nicht einfach, Büros zu vermieten

Von Liestal Ost nach Liestal West: In diesen Neubau im Liestaler Schildareal ziehen im nächsten Jahr zwei Mieter ein, die derzeit im «Futuro» sind.

Von Liestal Ost nach Liestal West: In diesen Neubau im Liestaler Schildareal ziehen im nächsten Jahr zwei Mieter ein, die derzeit im «Futuro» sind.

Das Ingenieurunternehmen Eicher und Pauli mit seinen Mitarbeitern vom Standort am Altmarkt in den Neubau auf dem Schildareal. Die Schild AG freut sich über den Zuzug.

Im ersten Halbjahr 2015 kommt es zu Verschiebungen von Liestal Ost nach Liestal West: Das Ingenieurunternehmen Eicher und Pauli zieht mit seinen 40 Mitarbeitern vom «Futuro» im Altmarkt in den Neubau G6 auf dem Schildareal. Zudem konzentriert das Regionale Arbeitsvermittlungszentrum Liestal (RAV) seine 23 Mitarbeiter, die heute im «Futuro» und am Rufsteinweg tätig sind, im Neubau auf dem Schildareal. Thomas Bachofner, Geschäftsleiter von Eicher und Pauli, sagt zum bevorstehenden Umzug: «Am neuen Ort können wir unsere internen Abläufe optimieren. Unsere Räume im ‹Futuro› sind verwinkelter.»

Die Schild AG Liestal freut sich über den Zuzug, denn Büroräumlichkeiten gehen in Liestal nicht wie frische Weggli weg. Dieter Frutig, bei der mittlerweile zur reinen Immobilienfirma mutierten Schild AG technisch für den Neubau zuständig, sagt: «Es ist zurzeit nicht so einfach, Büroräume zu vermieten. Aber wir können mit einem Neubau nicht warten, bis wir genug Interessenten haben. Denn bis die Letzten zusagen, sind die Ersten schon wieder abgesprungen.» Die Schild AG hat deshalb vor einem Jahr ohne Mietverträge im Sack mit dem 3800 Quadratmeter grossen Neubau G6 begonnen, der auch für Gewerbebetriebe geeignet ist.

Zehn Prozent des «Futuro» leer

Heute, drei Monate vor Fertigstellung des Edelrohbaus – für den Innenausbau sind die Mieter zuständig –, sind zwei der vier Stockwerke vermietet. Dies zu einem Quadratmeterpreis von 186 Franken pro Jahr ohne Innenausbau. Für den Rest sei man mit Interessenten im Gespräch, sagt Frutig. Die Schild AG ist in den vergangenen Jahren mit ihrer Strategie, alte Gebäude mit schlechter Bausubstanz durch Neubauten zu ersetzen und solche mit einigermassen intakter Substanz zu sanieren, nicht schlecht gefahren. Heute arbeiten auf dem Schildareal mit 600 Personen wieder fast so viele wie zur Blütezeit des vormaligen Textilunternehmens, das in den 1950er-Jahren 700 Mitarbeiter zählte.

In der Futuro-Überbauung der Gebäudeversicherung in Liestal Ost wächst mit dem Wegzug der Firma Eicher und Pauli der Anteil der leerstehenden Flächen von derzeit 500 auf gegen 900 Quadratmeter an, was laut Direktor Bernhard Fröhlich zehn Prozent der Gesamtfläche entspricht; der Wegzug des RAV wirkt sich für die Gebäudeversicherung nicht direkt aus, weil dieses bloss in Untermiete war. Und Fröhlich betont: «Dabei von einem Problem zu reden, wäre überzeichnet. Mit solchen Fluktuationen muss man rechnen, das ist eine normale Situation. Wir hoffen, die leerstehenden Räume bis in einem Jahr wieder vermieten zu können.»

Aber Fröhlich fügt auch an: «Wir bewegen uns bei der Vermietung von Büroräumlichkeiten in einem schwierigen Umfeld mit einem verstärkten Konkurrenzkampf. Und in Liestal wird sich die Situation mit den geplanten Bauten am Bahnhof noch verschärfen.» Die Gebäudeversicherung hat als Konsequenz den Mietzins im «Futuro» auf 220 Franken pro Quadratmeter und Jahr inklusive Innenausbau gesenkt.

Fröhlich schielt deshalb beim Ausbau der zweiten Etappe des «Futuro», der in etwa zwei Jahren geplant ist, vor allem auf Gewerbebetriebe und Labors als Mieter. Fröhlich: «Derzeit sind wir mit Investoren im Gespräch. Wir bauen aber erst, wenn wir zur Hälfte vermietet sind.»

65 000 Quadratmeter zu haben

Zahlen zu den momentan leer stehenden Büroräumen in Liestal gibt es weder bei der Baselbieter Wirtschaftsförderung, bei Basel Area noch beim kantonalen Statistischen Amt. Letzteres verfügt lediglich über die Zahlen über die im ganzen Kanton leerstehenden Geschäftsräume. Und diese Statistik zeigt, dass sich die leerstehende Bürofläche in den letzten zehn Jahren im Baselbiet von 23'000 auf 65'000 Quadratmeter fast verdreifacht hat. Kleiner Trost: In den Jahren 2011 bis 2013 war die Fläche noch etwas grösser.

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