Mit dem Smartphone in Röschenz ein Internetvideo anzuschauen, kann ein mühsames Unterfangen sein. An vielen Orten ist die mobile Datenverbindung dermassen schlecht, dass das Laden lange dauert oder gar nicht möglich ist. Das Mobilfunknetz im Laufentaler Dorf gehört zu den schlechtesten im Kanton Baselland. Ein bald zugängliches öffentliches WLAN soll die Situation deutlich verbessern. Bald kann im Dorfgebiet umsonst und schnell im Internet gesurft werden.

Nicht nur die Röschenzerinnen und Röschenzer werden davon profitieren können. «Unser WLAN steht allen zur Verfügung», erklärt Gemeindepräsident Remo Oser. Er hat das Projekt mitinitiiert. Auch Besucher, die nur auf der Durchreise sind, können das drahtlose Netzwerk nutzen. Man habe sich für die Einführung entschieden, um die Standortattraktivität der Gemeinde zu erhöhen, sagt er.

«Wir möchten ein junges Dorf sein und ich denke, dass wir durch diese neue Kommunikationsmöglichkeit an Anziehungskraft gewinnen.» Das Problem der schlechten Verbindung sei schon lange bekannt. Nun habe der Gemeinderat beschlossen zu handeln. Während des Dorffests vor knapp drei Wochen wurde das Angebot bereits getestet und die grosse Nutzerzahl hat die Erwartungen deutlich übertroffen. Insgesamt nahmen 1466 Festbesucher am Pilotversuch teil, was die Verantwortlichen bestärkte.

Kosten von 25 000 Franken

Wenn alles nach Plan laufe, könne das WLAN ab Mitte November genutzt werden, sagt Adrian Koessler, Geschäftsleiter bei der EBL Telecom AG, die für die Installation zuständig ist. Seine Firma hat historisch bedingt eine hohe Dichte an Kunden in der 1800-Seelen-Gemeinde. «Die bereits bestehenden vielen Router im Dorf erlauben es, das Signal auf einer reservierten Bandbreite für die Umgebung freizugeben», informiert er.

Durch den Einbau von zehn zusätzlichen Routern in einigen Gebäuden nahe dem Dorfplatz sollen grössere Lücken geschlossen werden. «In der Nähe eines Routers wird es dadurch möglich, kostenlos und mit Vollspeed ins Internet zu gehen», erläutert Oser. Die Kosten für die Installation des Gemeinschaftsnetzwerkes belaufen sich gemäss dem Gemeindepräsidenten auf rund 25 000 Franken.

Nur jugendfreie Inhalte

Man werde regelmässig Auskunft über die aktuellen Nutzerzahlen erhalten, wirft Oser einen Blick in die Zukunft. Die aufgerufenen Seiten sind für die Gemeinde hingegen nicht ersichtlich. Eine Gefahr, dass über das WLAN illegales Material angesehen oder heruntergeladen wird, besteht ohnehin nicht. «Alle jugendgefährdenden Inhalte sind gesperrt», sagt Adrian Koessler. Dazu gehören auch verschiedene Internetspiele, die nicht verwendet werden können. «Im Gegensatz zum Handy-Netz erhalten die Eltern im Röschenzer WLAN die Kontrolle und können die Nutzungsdauer und Regeln für ihre Kinder selbst bestimmen», so Remo Oser.

Trotz diesen Einschränkungen sei das Angebot äusserst unkompliziert, sagt Adrian Koessler. «Es ist nicht nötig, sich zu registrieren. Der Nutzer muss lediglich zustimmen, sich an die Regeln zu halten. Wenn er das getan hat, kann er lossurfen.» Dem Telekom-Chef des grössten Kabelnetzbetreibers in Baselland ist keine Ortschaft im Kanton bekannt, die bereits ein öffentliches Drahtlosnetzwerk betreibt. Das Unternehmen stehe diesbezüglich aber derzeit mit einigen Gemeinden in Verhandlungen.

Die UPC Cablecom ist die Servicepartnerin der EBL Telecom AG. Sie hat in mehreren Regionen in der Schweiz schon öffentliche Netzwerke installiert. Dazu gehören einige Skigebiete, in denen die Touristen «einfach kostenloses Internet erwarten», wie ein Mitarbeiter erklärt.