Zwingen

In «Tigs Thaiwok» wird gekocht wie in Thailand, nur weniger scharf

Was Janthana «Tig» Mattmüller kocht, passt sogar vielen Heimweh-Thailändern sehr gut.

Was Janthana «Tig» Mattmüller kocht, passt sogar vielen Heimweh-Thailändern sehr gut.

Wo essen in der Agglomeration, wenn es schnell gehen muss? Die bz stellt die kultigsten, verstecktesten, speziellsten und natürlich besten Imbisse vor. Heute: «Tigs Thaiwok» in Zwingen punktet mit authentischen Gerichten aus Südostasien.

Es kann kein Gast behaupten, nicht gewarnt worden zu sein. Bei der Bestellung wird ausdrücklich auf die Schärfe hingewiesen. Bereits eine Gabel des Pat Ka Pau beweist, dass es sich keinesfalls um eine Übertreibung handelte. Nach wenigen Sekunden entfalten sich die Geschmackskomponenten und man fühlt sich kurzzeitig wie in Südostasien. Die Chilischoten sind zwar immer noch zu spüren, werden aber ergänzt durch die Aromen von Pouletbrust, Bambussprossen, Bohnen und erfrischendem Thai-Basilikum.

Thailändisch – mit wunderbar zartem Fleisch.

Thailändisch – mit wunderbar zartem Fleisch.

Günstig, knackig und zart

Später erzählt Janthana Mattmüller, dass das Gericht in ihrer Heimat sogar ein wenig pikanter sei. Diese Anpassung an die hiesigen Essgewohnheiten ist die einzige Veränderung, welche die Thailänderin den Speisen unterzieht. Ansonsten schmeckt alles wie im Herkunftsland. Seit 2008 setzt die mit einem Schweizer verheiratete Betreiberin von «Tigs Thaiwok» – Tig ist ihr Spitzname – in Zwingen auf authentisches thailändisches Essen.

Und hat damit grossen Erfolg, wie sich bei unserem Besuch am vergangenen Samstagnachmittag herausstellt. Alle paar Minuten betreten Gäste das weisse Zelt, von denen die meisten schon genau wissen, was sie gleich bestellen. Strammen Schrittes begeben sich zwei junge Männer, die anscheinend nicht zum ersten Mal hier sind, zur Theke und ordern Fried Noodles und Frühlingsrollen zum Mitnehmen. Die beiden Spezialitäten sind wie das gesamte Angebot preisgünstig und weit geschmacksintensiver als die Fertiggerichte aus dem Detailhandel. Das verwendete Gemüse hat noch die gewünschte Knackigkeit und das Fleisch ist zart.

Viele ihrer Kunden würden es den beiden mittlerweile wieder verschwundenen Herren gleich tun. «Ein Grossteil isst nicht bei uns, sondern nimmt die Gerichte mit nach Hause oder verpflegt sich unterwegs», stellt sie fest. Das Lokal werde vor allem von Schweizerinnen und Schweizern besucht. Hin und wieder kommen aber auch ortsansässige Heimweh-Thailänder vorbei, für welche die 43-Jährige dann gerne den Schärfegrad ein bisschen erhöht. Im Laufental können sie unverfälschtes Essen geniessen, was nicht in allen asiatischen Restaurants der Fall ist.

Kitschfreunde essen im Lokal

Bei einem Rundgang durch das Zelt fragt man sich, wieso sich nicht mehr Gäste an einen der Tische setzen. Zumindest für Kitschliebhaber bietet der Imbiss nämlich alles, was das Herz begehrt. Überall hängen bunt dekorierte Fächer, die nur noch von der silbernen Buddha-Statue neben der Theke getoppt werden. Oberhalb dieser befindet sich ein Fernseher, in dem gerade irgendeine thailändische Unterhaltungsshow läuft. Das Essen kommt auf einem mit farbigen Blumen verzierten Kunststoff-Teller.

Während der Blick auf die einträchtig nebeneinander wehenden Fahnen Thailands und des Baselbiets fällt, blubbert es in der Fritteuse bereits wieder. Die nächsten Frühlingsrollen sind bestellt, die beiden Frauen im mittleren Alter müssen sich jedoch noch einige Momente gedulden. Im namensgebenden Wok brutzelt das Gemüse für das Red Curry, das jeden Tag mit einer anderen Fleischsorte zubereitet wird. «Die anderen Gerichte sind immer erhältlich», sagt Janthana Mattmüller. Kaum haben die Damen ihr Essen erhalten und sind weggefahren, steht schon der nächste hungrige Gast an der Theke.

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