Pascal Ryf (38) versucht das Beste aus der Situation zu machen. Zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen von der Baselbieter CVP-Landratsfraktion sitzt er in Zermatt fest. Starker Schneefall und Lawinengefahr haben den Walliser Skiort von der Aussenwelt abgeschnitten. 9000 Gäste weilen dort - ein Teil müsste eigentlich nach Hause.

Die bz erreicht Ryf am Montagnachmittag am Handy. Er ist auf dem Weg in ein Restaurant zum Mittagessen, zusammen mit Marc Scherrer (CVP) und Balz Stückelberger (FDP). Auch ihn hat das Wetter überrascht. Vom Mittagessen schickt Ryf ein Foto.

Schneebretter hinter dem Hotel

Zuvor hatte Ryf stundenlang das Hotel nicht verlassen dürfen - wegen Lawinengefahr. Hinter dem Gebäude waren Schneebretter niedergegangen. Eines war laut Ryf bis kurz vors Hotel gedonnert, wo ein Rechen die Schneemassen aufgehalten hat. Ryf hat die Situation filmisch festgehalten und auf Twitter geteilt. Die Situation ist ernst. Am Berg droben wird sicherheitshalber gesprengt - damit keine Lawine das Dorf überrascht.

Twitter: Schneebrett - CVP darf Hotel nicht verlassen

Das Wetter hat die Schweiz im Griff: Im Kanton Bern sterben nach einer Lawine sogar Menschen. Und wie Zermatt waren auch Saas-Fee (WS), Andermatt (UR), Samnaun (GR) und Wengen wegen des vielen Schnees ganz oder zeitweise auf sich selbst gestellt. In Basel hingegen herrschte Hochwassergefahr

Dennoch sagt Ryf: "Die Stimmung ist sehr gut bei uns." Er uns seine Parteifreunde verbringen die Zeit mit Jassen in unterschiedlichen Konstellationen, mit Diskutieren - oder im Pool. Man macht das Beste aus einem Wochenende, das unfreiwillig verlängert wurde.

Vieles bleibt ungewiss. Ryf: "Ich rechne damit, dass ich auch morgen nicht nach Hause kann." zwar fliegen Helikopter Gäste aus, doch auch sie können wegen schlechten Wetters nicht ständig fliegen. Vieles verzögert sich.

Helikopterflüge 

Eine Kommissionssitzung vom Mittwochabend hat Ryf vorsichtshalber ebenfalls abgesagt. Er sei sich nicht einmal sicher, es am Mittwochnachmittag rechtzeitig nach Hause nach Oberwil zu schaffen.

Lauber verpasst Regierungssitzung

Das ist die Kehrseite der Medaille. So schön es in Zermatt ist, eigentlich warten Beruf und Politik auf Ryf. Per Handy und Laptop kann er sich organisieren. Ein Stromausfall hat ihn aber auch dabei unterbrochen. Im Hotel seien Kerzen verteilt worden. Später war er wieder am Netz. 

Auch Regierungsrat Anton Lauber - in Zermatt mit von der Partie - sei sich am Organisieren. Er werde die regierungsrätliche Sitzung am Dienstag verpassen.

Angesichts der Aufgaben und Verpflichtungen sagt Ryf aber auch: "Es ist langsam genug. Alle sitzen mittlerweile wie auf Nadeln." Zuhause warte die Familie, im Hotel habe man die Kleider in die Wäsche gegeben, denn an eine Aufenthaltsverlängerung habe niemand gedacht.

Die Stimmung will er sich aber nicht verderben lassen. Am Abend wird er sich ein Fondue genehmigen. So wie es sich für einen Winterabend wohl gehört.