Fortura AG

In Zunzgen hört die Fasnachtszeit nie auf

Die Fortura AG ist ein wahrgewordener Kindertraum: Der Betrieb verkauft und handelt mit Spielzeug, Partyartikeln und Süssigkeiten.

Ob er denn bei all den Produkten nicht Angst habe, sich zu verzetteln? «Ich schlafe dementsprechend – nicht allzu gut», sagt Stefano Papini, Geschäftsführer der Fortura AG. Zusammen mit seinem Bruder Pietro leitet er das Unternehmen in Zunzgen. Aus einer in den 1920er-Jahren von ihrem Onkel Otto Fortura gegründeten Ballon-Fabrik haben die beiden eine schweizweit erfolgreiche Firma geformt.

Verkauf an Marktfahrer, Bäckereien und Badis

Im Musterzimmer des Betriebs sind alle 14 500 Gegenstände ausgestellt, welche die Firma vertreibt. Gewöhnliche Kundinnen und Kunden haben hier keinen Zutritt. «In diesen Raum kommen vor allem Wiederverkäufer», erzählt Stefano Papini. In den Regalen stehen Plüschtiere und Plastik-Spielzeuge in allen Formen und Grössen. Daneben finden sich Superhelden-Kostüme, gruslige Horror-Masken und Fake-Wunden.

Den grössten Teil der Einnahmen erwirtschaftet die Fortura AG durch den Verkauf von Produkten an Marktfahrer, Schausteller, Bäckereien und Schwimmbäder in der ganzen Schweiz. «Der Grosshandel ist sehr wichtig für uns. Vielen Kunden ist das gar nicht bewusst», sagt Roberto Papini, der als Nachfolger seines Vaters Pietro und seines Onkels Stefano bereits in den Startlöchern steht.

Regionale Bekanntheit hat das Unternehmen vor allem durch sein Ladengeschäft an der Hauptstrasse in Zunzgen erlangt. Das Tochterunternehmen World of Party AG führt einen grossflächigen Shop für Fasnachts- und Partyartikel. «Wir haben die umfangreichste Auswahl im ganzen Land», sagt Stefano Papini. Allerdings ist nur ein Teil der Produkte, die das Familienunternehmen im Grosshandel vertreibt, auch im Laden zu finden.

Partyfreudige aus der Region, die sich für eine Verkleidungsfete oder für die Fasnacht vorbereiten, kaufen hier ein. Kostüme, Hüte, Masken, Perücken und Accessoires aller Art begegnen einem bei einem Rundgang durch das Geschäft. Aber auch Festmaterial wie Lampions, Tischdecken und Scherzartikel sind im Angebot. «Momentan liegen Fotoboxen für Hochzeiten und alles, was mit Halloween zu tun hat, im Trend», hat Roberto Papini festgestellt. Einrichtungsgegenstände, die mit dem Thema Dschungel zu tun haben, verkauften sich ebenfalls gut.

Beliefern die ganze Schweiz mit Fasnachtsartikeln

Viele Kunden, die den Zunzger Laden besuchen, wissen auch nicht, dass es in der Schweiz vier weitere Geschäfte gibt. Die Familie Papini betreibt ähnliche Läden im thurgauischen Amriswil, im bernischen Worb, im luzernischen Dierikon und in Payerne im Waadtland. In allen Niederlassungen sind 78 Mitarbeiter beschäftigt. «Wir möchten in der Schweiz die wichtigste Marke sein, wenn es um Party-Artikel geht», gibt sich Stefano Papini selbstbewusst. Das gehe nur, wenn man ständig am Puls der Zeit sei. Einmal jährlich fliegt die Familie Papini an eine riesige Warenmesse in China.

Tombola-Artikel rentieren heute nicht mehr

Zum Sortiment kommt derzeit noch allerhand Feuerwerk hinzu, das in einem Zelt vor dem Geschäft in Zunzgen verkauft wird. «Feuerwerk macht nur einen kleinen Teil des Umsatzes aus, füllt aber unser Sommerloch», sagt Roberto Papini. Entsprechend habe man das Feuerwerkverbot im letzten Jahr stark zu spüren gekriegt.

Auch mit den einst vor allem bei Vereinen beliebten Artikeln für Tombolas machte man schlechte Erfahrungen. «Das verkauft sich nicht mehr.» Um die Ausfälle kompensieren zu können, setzt das Unternehmen momentan auf Schokolade, Marzipan und andere Süssigkeiten. Dem Angebot scheinen tatsächlich keine Grenzen gesetzt.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1