Muttenz

Internet-Pranger zeigt Wirkung: Mutmasslicher Sex-Täter stellt sich der Polizei

Mit diesen Fotos fandete die Baselbieter Staatsanwaltschaft nach dem Unbekannten.

Mit diesen Fotos fandete die Baselbieter Staatsanwaltschaft nach dem Unbekannten.

Ein 32-jähriger Türke hat sich der Baselbieter Polizei gestellt, nachdem verpixelte Videobilder aus einer Überwachungskamera veröffentlicht worden sind.

Die Baselbieter Staatsanwaltschaft (Stawa BL) meldet einen Fahndungserfolg: Die wegen eines sexuellen Übergriffs auf eine Frau gesuchte Person konnte identifiziert werden, wie die Stawa in einer Medienmitteilung vom Dienstagnachmittag schreibt. Beim mutmasslichen Täter handelt es sich um einen 32-jährigen Türken, der sich am Dienstagvormittag der Baselbieter Polizei gestellt hat. Im Zuge einer Öffentlichkeitsfahndung hatte die Staatsanwaltschaft am Montag verpixelte Bilder einer Überwachungskamera veröffentlicht, die den Mann bei einem vorgängigen Barbesuch zeigten.

«Nach der Vornahme erster Abklärungen und der Verifizierung dieser Angaben wurden die Fahndungsbilder umgehend gelöscht. Die Staatsanwaltschaft eröffnet gegen den Mann eine Strafuntersuchung», schreibt die Stawa in ihrer Mitteilung.

In der Nacht vom Samstag auf Sonntag, 12./13. August 2017, hatte ein Unbekannter in Muttenz eine Frau überfallen und in der Nähe des Bahnhofs in ein Gebüsch gezerrt. Die Frau wehrte sich aber und konnte fliehen. Wegen der Schwere der Tat, und weil erste Ermittlungen nicht zur Identifikation des Gesuchten führten, entschieden sich die Behörden zum dreistufigen Internetpranger als ultimativem Fahndungsmittel. In der ersten Stufe des sonst vor allem bei Ausschreitungen und Krawallen benützten Verfahrens wurde am 18. Oktober mit der Veröffentlichung der Bilder gedroht. Die dritte und letzte Stufe, die Veröffentlichung der unverpixelten Bilder, musste im Kanton Basel-Landschaft noch nie angewendet werden; so auch nicht in  diesem Fall.

Die Überwachungsbilder stammten aus einem Pub beim Bahnhof, das der mutmassliche Täter vor dem Übergriff aufgesucht hatte. Aufgrund «umfangreicher Abklärungen» kamen die Strafverfolgungsbehörden zum Schluss, dass es sich beim gefilmten Bartträger um den Sexualtäter handeln muss, wie Stawa-Sprecher Michael Lutz vor zwei Wochen zu dieser Zeitung sagte.

Offenbar wurde der mutmassliche Täter nach der Veröffentlichung der verpixelten Bilder in seinem privaten Umfeld erkannt, worauf er sich entschied, selber bei der Polizei anzuzeigen. Entsprechende Informationen wollte die Stawa BL gestern aber nicht bestätigen. 

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