Allschwil

«Irgendwie hat man den Töfflivirus drin»

Beat Lautenschlager und die «Töfflibuebe» machen sich bereit für das Red Bull Alpenbrevet, bei dem wiederum tausende Motorradfahrer über drei Pässe kurven. Die Baselbieter freuen sich schon auf die Tour.

Nächste Woche am Samstag um 10.30 Uhr werden bis zu tausend Zweitaktmotoren in Meiringen rasseln, wenn zum zweiten Mal der Startschuss fürs Red Bull Alpenbrevet fällt. Dann ziehen sie los, die Mofas, egal ob neu oder alt, für eine Rundfahrt über drei Pässe und wieder zurück ins Berner Oberland.

Mit dabei sind 22 Baselbieter und drei Baselstädter. Darunter eine Allschwiler Gruppe, die sich «Töfflibuebe» nennt und in einem ehemaligen Zivilschutzkeller beim Neuallschwiler Schulhaus eine Werkstatt für Hobby-Mechaniker eingerichtet hat.

Erinnerungen kamen auf

Angefangen mit den Töffli hat es bei den alten Schulfreunden in den Siebzigerjahren, als der 14. Geburtstag ein Meilenstein war. «Wir wuchsen so auf und irgendwie hat man den Töfflivirus drin», sagt Beat Lautenschlager, eines der Mitglieder. Später kühlte das Verhältnis zu Mofas etwas ab und die Zweiräder gerieten fast in Vergessenheit. «Wir machten lange nichts. Vor zehn Jahren fing es bei mir wieder an», erinnert sich der Wärmetechnik-Unternehmer. «Ich sah im Dorf ein altes Töffli und da kamen wieder die Erinnerungen auf. Da kaufte ich einen alten Puch. So kam das Ganze ins Rollen und einer nach dem anderen stiess dazu und wir richteten uns eine Werkstatt ein.»

Mit dem 40 Jahre alten Puch Velux, den Lautenschlager in der Werkstatt für das Brevet bereit macht, will er nach Meiringen starten. Auch sonst wurden einige Fahrzeuge eingekauft und in der Freizeit auf Vordermann gebracht.

«Es ist eine wunderschöne Fahrt»

Seit 2004 machen die Allschwiler regelmässig Touren und sind mittlerweile nicht alleine. Das Töff-Revival hat auch bei anderen eingeschlagen und viele verstaubte Mofas auf die Strassen zurückgebracht. Das Brevet mit tausend Anmeldungen ist in der Schweiz der bisherige Höhepunkt des Retroschicks. «Wir fuhren einmal während einer Woche rund um die Schweiz, machten eine Bündnertour und zu Pfingsten ist es schon fast Tradition ins Tessin zu fahren», sagt Lautenschlager über die Aktivitäten der Töff-Freunde, «wobei wir immer darauf angewiesen sind, dass die Pässe offen sind.»

Bereits letztes Jahr war er beim Alpenbrevet mit dabei und freut sich auf die zweite Austragung. Lautenschlager: «Es war sehr speziell. Wenn das Wetter mitspielt, ist es eine wunderschöne Fahrt. Da man mit dem Töff so langsam ist, hat man auch alle Zeit der Welt, die Landschaft zu geniessen. Es sind viele Fahrer unterwegs und es stehen viele Leute an der Strasse, teilweise mit Kuhglocken.»

Pause zum Tanken

Wer es nicht eilig hat, kann auf den Pässen Pause machen. Zumindest ein Tankstopp ist ohnehin nötig. Dort gibt es Sandwiches und Freunde von Energy Drinks werden gewiss auf ihre Kosten kommen.

Es ist schliesslich kein Rennen, sondern eine Rundfahrt. Wer möglichst nahe an die Vorgabezeit kommt, die mit 29 km/h Fahrgeschwindigkeit berechnet ist, gewinnt. Stoppuhren haben die «Töfflibuebe» aber nicht dabei. «Uns geht es nur um den Plausch. Es kommen nicht alle wegen des Gewinnens», sagt Lautenschlager.
Infos unter www.redbullalpenbrevet.ch; www.toefflibuebe.com

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