Nun ist es klar: Der grüne Baselbieter Sicherheitsdirektor Isaac Reber wird bei den Gesamterneuerungswahlen im Baselbiet vom 31. März 2019 wiederantreten. Der 56-jährige Sissacher kündigte am Montagnachmittag via Facebook seine Kandidatur für eine dritte Amtszeit an. Er habe sich «nach reiflicher Überlegung» dazu entschieden, schreibt er dort. Im Interview mit der bz stellt Reber zudem klar, dass er alleine antreten werde. Ein gemeinsames Regierungsticket mit der SP, der natürlichen Bündnispartnerin der Grünen, wird es also wie schon 2011 und 2015 nicht geben.

Reber wurde 2011 als erster Vertreter der Grünen überhaupt in die Baselbieter Regierung gewählt. Seither steht er der Sicherheitsdirektion vor, ist also unter anderem oberster Chef der Kantonspolizei. Dem Raumplaner mit ETH-Abschluss werden Wechselgelüste in die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) nachgesagt. Die BUD wird nach der Ankündigung von FDP-Regierungsrätin Sabine Pegoraro, 2019 nicht mehr anzutreten, frei für einen neuen Vorsteher. Die Frage komme zu früh; er beteilige sich nicht an solchen Spekulationen, sagt Reber im bz-Interview.

Isaac Reber, Sie wollen Regierungsrat bleiben und haben damit eine Frage beantwortet, die sich das politische Baselbiet seit Monaten stellt. Weshalb ausgerechnet jetzt?

Isaac Reber: Ich wollte mir den Wiederantritt gründlich überlegen und mir dafür die nötige Zeit nehmen. Ewig kann man eine solche Frage allerdings nicht im Raum stehen lassen, da sonst die Spekulationen ins Kraut schiessen. Auch kann und will ich einen Entscheid nicht lange mit mir herumtragen, wenn ich diesen mal getroffen habe.

An Ihren Aussagen lässt sich ablesen, dass der Verzicht eine ernsthafte Option war. Sie gelten als einer, der sich auch ein Leben nach dem Regierungsrat vorstellen kann.

Diese Frage hat sich für mich im Gegensatz zu 2015 tatsächlich gestellt. Es gibt ein Leben neben und nach der Regierungstätigkeit. Das war und ist mir wichtig. Ich habe mir in den vergangenen Wochen auch überlegt, mich anders zu orientieren. Es hätte da schon auch reizende Alternativen gegeben. Regierungsrat zu sein und sich für das Wohl der Menschen in diesem Kanton einzusetzen, ist aber eine sehr schöne und sehr interessante Aufgabe. Eine, die man nicht so schnell wieder findet. Ich möchte deshalb auch in den nächsten vier Jahren Teil dieses Gremiums sein.

Hat für den Entscheid die Meinung Ihrer Partei eine Rolle gespielt?

Es ist wichtig, dass grüne Anliegen auch künftig in der Regierung vertreten sind. Ich habe aber zu 100 Prozent selber über meine Zukunft entschieden. Es kommt selten gut, wenn bei solchen Entscheiden die Parteiräson im Vordergrund steht.

Sie sind also nicht von Ihrer Partei zum Wiederantritt gedrängt worden?

Nein, keineswegs. Ich würde mich dazu auch nicht drängen lassen.

Mit welcher Botschaft werden Sie in den Wahlkampf steigen?

Das werden Sie noch sehen. Ich bin in den vergangenen sieben Jahren in der Regierung für eine nachhaltige Entwicklung unseres Kantons eingestanden. Die Lebensqualität in der Schweiz und im Baselbiet ist sehr hoch. Es ist unsere Verantwortung, dass dies auch für unsere Nachkommen noch so ist.

Wird es 2019 ein gemeinsames Regierungsticket mit der SP geben?

Ich werde 2019 wie schon in den zwei letzten Wahlkämpfen alleine antreten. Regierungswahlen sind Mehrheits- und somit Persönlichkeitswahlen. Es ist wichtig, dass die Wahlberechtigten das Profil eines Kandidierenden erkennen. Das geht nach meiner Überzeugung am besten alleine.

Ist für Sie nach einer Wiederwahl ein Direktionswechsel ein Thema?

Diese Frage kommt zu früh. Ich beteilige mich jetzt nicht an solchen Spekulationen. Darüber entscheiden wird der neu gewählte Regierungsrat im Frühling 2019. Solange nicht mal klar ist, wer überhaupt zu den Wahlen antritt, geschweige denn, wie die Regierung aussieht, ist eine solche Diskussion müssig.

Welchen Beitrag möchten Sie ab 2019 in der Regierung leisten?

In den vergangenen Jahren musste die Regierung das Hauptaugenmerk darauf richten, den Kanton wieder auf gesündere Beine zu stellen. Das haben wir geschafft. In den kommenden Jahren wird es darum gehen, neue Perspektiven auszuloten. Ich möchte einen Beitrag leisten, dass unser Kanton vorwärtskommt – zum Wohl der hier lebenden Menschen und der Umwelt. Aufpassen müssen wir zudem, dass wir nicht bereits in wenigen Jahren wieder dort landen, wo wir in der Vergangenheit standen. Eine Weiterentwicklung des Kantons muss in jeder Hinsicht nachhaltig sein – ökologisch wie sozial als auch finanziell.