Itingen

Itingen weist Vorwürfe betreffend der Sicherheit im Bad zurück

Für die Dorfbewohner gratis, doch unbeaufsichtigt: die Itinger Badi.

Für die Dorfbewohner gratis, doch unbeaufsichtigt: die Itinger Badi.

Der Gemeindepräsident Martin Mundwiler von Itingen sieht im unbeaufsichtigten Bad trotz des tödlichen Unfalls von 2019 kein Sicherheitsproblem.

Der Fall bewegt: Vor Jahresfrist ist im Gartenbad von Itingen eine junge Frau verunfallt und zwei Wochen später an den Folgen der Verletzungen verstorben. Die Mutter der Getöteten hadert mit den damaligen Ereignissen, vor allem, weil trotz Untersuchung der Staatsanwaltschaft die Unfallursache ungeklärt blieb. Nun äussert sich der Itinger Gemeindepräsident Martin Mundwiler: «Wir bedauern den tragischen Unfall zutiefst und sprechen den Angehörigen unser Beileid aus.»

Den Vorwurf der Mutter, pietätlos zu sein und im Nachgang des Unfalls zu wenig für die Sicherheit im unbeaufsichtigten Bad getan zu haben, weist Mundwiler indes zurück. Man habe erst durch den Bericht der bz überhaupt den Namen der damals Verunfallten erfahren. Die Gemeinde sei in das Verfahren der Staatsanwaltschaft nicht involviert gewesen und auch nicht befragt worden, sagt Mundwiler.

Sauer aufgestossen ist der Mutter ferner die Tatsache, dass die Gemeinde nach dem Tod keine zusätzlichen Sicherheitsvorkehrungen vornehmen will. Mundwiler hält daran fest: Die Anlage entspreche den Richtlinien der Beratungsstelle für Unfallverhütung. Am Eingang weise ein Schild daraufhin, dass die Benützung des Bads auf eigene Gefahr erfolge. «Einen professionellen Bademeister könnten wir uns finanziell nicht leisten», betont Mundwiler. Das Gemeinde-eigene Bad sei ein kleiner Luxus, den man der Dorfbevölkerung gerne anbiete. Doch viel teurer als heute dürfte dessen Betrieb nicht werden. Für die Einwohner von Itingen ist die Benutzung des Bads kostenlos, Auswärtige werden aufgefordert, einen Obolus ins bereitgestellte Kässeli zu legen.

Security ist nicht für Sicherheit im Becken zuständig

Itingen arbeitet mit einer Security-Firma zusammen, die im Dorf zum Rechten schaut und an heissen Tagen im Bad Präsenz markiert. «Die Security-Leute leisten wertvolle Dienste, sie können aber nicht die Sicherheit der Badegäste im Schwimmbecken garantieren.» Dafür seien sie auch nicht ausgebildet. Die von der Mutter eingebrachte Idee der Videoüberwachung würde eher im Kampf gegen allfälligen Vandalismus helfen als die Sicherheit erhöhen.

Ein grundsätzliches Sicherheitsproblem in der «Üttiger Badi» sieht der Gemeindepräsident nicht. Zuletzt kollabierte 2015 ein Mann, als er ohne zu duschen ins Becken sprang. Er konnte reanimiert werden. Zuvor passierte viele Jahre nichts. Das am oberen Dorfrand gelegene Gartenbad geht auf einen Froschweiher aus den 30er-Jahren zurück; Ende der 70er wurde ein Schwimmbecken eingelegt.

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