Therwil

Jäger erlösten einen verletzten Rehbock - und schimpfen aufs Feuerwerk

Der Rehbock hatte sich in einem Zaun verheddert. (Symbolbild)

Der Rehbock hatte sich in einem Zaun verheddert. (Symbolbild)

Jäger entdeckten in Therwil einen am Hinterlauf verletzten Rehbock. Sie erlösten ihn vom Leid. Die Jäger sind überzeugt: Schuld am Tod des Tiers haben die Leute, die im Wald 1.-August-Feuerwerk abgefeuert haben.

Thomas Petitjean, Präsident des Jagdvereins Therwil, schimpft: «Die Leute denken sich einfach nichts dabei.» «Hirnlos», urteilt Gemeindepräsident Reto Wolf. Und ein Rehbock ist tot.

Wie das Wochenblatt «BiBo» am Freitag publik gemacht hat, ist am 1. August ein verletzter Rehbock abgetan worden. Wie Jagdvereinspräsident Petitjean auf Nachfrage der bz bestätigt, hätten am 31. Juli Unbekannte in einem Waldstück beim Reservoir nahe des Froloo bei Therwil Feuerwerk gezündet.

Ein Mitglied des Jagdvereins wohnt ganz in der Nähe und hatte das Geknalle mitbekommen. Daraufhin habe er beobachtet, wie die Wildtiere geflohen seien. Am Tag darauf seien die Jäger auf ihrem routinemässigen Rundgang beim Reservoir auf einen Rehbock gestossen, der sich mit einem Hinterlauf in einen Drahtzaun verfangen hatte.

Gnadenschuss statt qualvoller Tod

Der Bock wollte sich befreien, doch durch die Bewegungen des Tiers arbeitete sich der Draht bereits bis zum Knochen durch. Die Jäger wollten das Tier befreien, doch damit wäre das Problem nicht gelöst worden. Die Jäger befürchteten, dass der Rehbock eine Blutvergiftung haben, oder dass er wegen der warmen Temperaturen rasch Maden in seiner Wunde haben könnte.

Das Tier wäre eines langsamen, qualvollen Todes gestorben. Die Jäger griffen darum zur Flinte und gaben dem Rehbock den Gnadenschuss. Daraufhin brachten sie den Kadaver zum Metzger.

Petitjean ist seit fünf Jahren Präsident des Jagdvereins und habe so etwas noch nie erlebt. «Es ist traurig und tut weh», sagt er. Der Gnadenschuss sei das einzig Sinnvolle gewesen. Zum Tierarzt hätte man nicht gehen können. «Das wäre zu viel Stress fürs Wildtier gewesen», sagt er.

Die Leute, die am Vorabend das Feuerwerk abliessen, seien schuld am Tod des Rehbocks, sind zumindest die Jäger überzeugt. Einmal mehr wird die Forderung nach einem Feuerwerksverbot, zumindest im Wald, laut.

Verbot für Feuerwerk ist sinnlos

Gemeindepräsident Wolf hat im Moment andere Prioritäten als den toten Rehbock. Und ein Verbot hält er sowieso für sinnlos: «Ob Regeln oder nicht; es ist hirnlos, im Wald Feuerwerk zu zünden.» Nicht nur wegen der Tiere, sondern auch wegen der Trockenheit und der Selbstgefährdung. Wer logisch denken kann, der komme nicht auf die Idee, im Wald Raketen steigen zu lassen.

Wolf und Petitjean nerven sich über die Gedankenlosigkeit und den Egoismus solcher Leute. Der Jäger sieht in der Tragödie nur etwas Positives: «Immerhin konnte das tote Tier verwertet werden.»

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