Herr Buser, Sie sind nach zwölf Jahren im Parlament abgewählt worden. Kam das für Sie überraschend?

Christoph Buser: Ich wusste, dass es gegen einen starken Stephan Burgunder (den letztlich anstelle von Buser gewählten FDP-Kandidaten; die Red.) eng werden kann. Ich dachte aber, es würde reichen. Nun kam es anders, und ich gratuliere Stephan zu diesem Erfolg.

Wie erklären Sie sich das Resultat? Waren Sie im Wahlkampf zu passiv?

Stephan Burgunder ist Präsident der grössten Gemeinde im Wahlkreis Pratteln. Es ist nachvollziehbar, dass die Prattler ihm ihre Stimme geben. Inhaltlich konnte er sich als Gemeindepräsident bei der Wohnbevölkerung zudem in den vergangenen Wochen wegen der Probleme bei der Chemiefirma Rohner zusätzlich gut positionieren – was im aktuellen, von der Klimapolitik geprägten Umfeld sicher nicht ein Nachteil für ihn war.

Sie haben vor Monaten angekündigt, für den Nationalrat kandidieren zu wollen. Gilt das auch nach dem für Sie schlecht verlaufenen Wahlsonntag?

Diese Frage werde ich in Gesprächen innerhalb der Partei bis zum Nominationsparteitag der FDP am 10. April klären.

Wie schwer wiegt die Tatsache, dass künftig kein Angestellter der Wirtschaftskammer mehr im Landrat vertreten sein wird?

Diese Frage wird überbewertet. Ich war ja nicht als Wirtschaftskammerdirektor gewählt, sondern als FDP-Landrat. Zudem: Andere Wirtschaftsverbände haben aktuell auch keinen Verbandsangestellten als Vertreter im Landrat oder auch im Basler Grossen Rat. Sie sind deswegen nicht weg vom Fenster. Die Wirtschaftskammer wird nun sicher nicht einfach von der politischen Bildfläche verschwinden.

Treten Sie nun als Direktor der Baselbieter Wirtschaftskammer zurück?

Nein. Die Funktion des Wirtschaftskammerdirektors hängt von anderen Kompetenzen als einem politischen Mandat ab.

Reagiert die Wirtschaftskammer mit strategischen Veränderungen auf das schlechte Wahlresultat?

Nein. Die Wirtschaftskammer ist sehr gut aufgestellt. Wir werden uns wie bisher im politischen Prozess einbringen.