Gesundheitsdirektion

Jetzt baut Gesundheitsdirektor Peter Zwick seine Direktion um

Ein nachdenklicher Peter Zwick.

Ein nachdenklicher Peter Zwick.

Der Baselbieter Gesundheitsdirektor reagiert auf die massive Kritik der landrätlichen Geschäftsprüfungskommission und verteilt die Macht auf mehr Schultern. Zwick selbst sieht die neue Leitungsstruktur nicht als direkte Reaktion auf die Kritik.

Peter Zwick hält es nicht mehr aus. Beim Interview im Vorraum des Landratssaals greift er zum Notizblock des bz-Journalisten und beginnt zu kritzeln. Zuoberst ein Kästchen für ihn als Vorsteher der Baselbieter Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD). Darunter das Generalsekretariat, von dem aus bisher Rosmarie Furrer alle Fäden der Direktion in der Hand hielt. Doch nun zeichnet Zwick drei weitere Kästchen darunter: Volkswirtschaft, Gesundheit und Zentrale Dienste. «Drei Hauptabteilungen mit drei Leitern, die mit mir die Geschäftsleitung bilden. So wird die VGD umstrukturiert.» Sagts und reicht den Block zurück, ein Lächeln im Gesicht.

Generalsekretärin wird entlastet

Damit kann Zwick am Tag nach den happigen Vorwürfen der landrätlichen Geschäftsprüfungskommission (GPK) bereits mit einem wegweisenden Beschluss aufwarten, der die wichtigste Forderung erfüllt (siehe Kasten). Die neue Leitungsstruktur will er zwar nicht als direkte Reaktion auf den GPK-Bericht verstanden wissen. So sei bereits letzte Woche das VGD-Personal über die Änderungen informiert worden.

Gleichwohl verschafft dies Zwick Luft, um in den nächsten Monaten auch zu den anderen Vorwürfen Stellung zu nehmen. «Die Härte der Kritik hat mich betroffen gemacht. Nicht nur für mich, sondern für meine Mitarbeiter, die sich in den letzten Jahren sehr für die Direktion eingesetzt haben», sagt er zur bz. Und fügt an: «Ich schliesse nicht aus, dass Fehler gemacht wurden.» Es habe sich gerächt, die riesigen Aufgaben der Verselbstständigung der Spitäler, der neuen Spitalfinanzierung und des Bruderholz-Neubaus «mit einer schlanken Direktion» geschultert zu haben. Die neue Struktur unterscheidet sich entscheidend von der bisherigen: Heute bildet nur Furrer zusammen mit Zwick die VGD-Leitung.

Dem Generalsekretariat unterstehen die verschiedenen Abteilungen. Im neuen System stossen die Leiter der Hauptabteilungen Gesundheit (heute Kantonsarzt Dominik Schorr) sowie Volkswirtschaft (René Merz) zum Generalsekretär (Leiter Zentrale Dienste) und Direktionsvorsteher in die Geschäftsleitung vor. Zudem werden die Wirtschaftsförderung und das Rechtswesen von den Zentralen Diensten zur Volkswirtschaft übergehen. Damit wird der künftige Generalsekretär entlastet – oder entmachtet. Ende Mai will Zwick die Nachfolge von Furrer präsentieren, die per Ende Oktober abtritt. Keine einfache Aufgabe, ist er sich bewusst: «Frau Furrer mit ihrer 30-jährigen Erfahrung kann man unmöglich eins zu eins ersetzen.»

Peter Brodbeck, Präsident der Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission (VGK), zeigt sich angetan: «Von dieser Umstrukturierung höre ich jetzt zum ersten Mal. Das wäre sicherlich ein guter Schritt, um die Organisation auf mehr Schultern zu verteilen.» Die VGK stehe – wie auch die Mehrheit des Parlaments – hinter der GPK-Kritik und fordere von Zwick vor allem eines: Mehr agieren, statt reagieren. «Ich möchte jetzt nicht Zwicks Kopf fordern, aber er darf diese Krise nicht bloss aussitzen», sagt der SVP-Landrat.

GPK künftig mit härterem Stil

Auch SP-Fraktionschefin Kathrin Schweizer gibt Zwick noch Zeit, sagt aber klar: «Die Empfehlungen der GPK müssen umgesetzt werden, vor allem in Sachen besserer Kommunikation.» GPK-Präsident Hanspeter Weibel betont, dass der Bericht keine politische Wertung gegen eine Person sei: «Dafür ist der Landrat zuständig.» Auch er halte seine persönliche Meinung bis zur Behandlung zurück. Diese erwartet der SVP-Landrat bis spätestens Juni. Für Weibel soll der ungewohnt scharf verfasste Bericht dabei keine Ausnahme bleiben: «Die GPK soll sich mehr auf die Kür konzentrieren, nämlich vertieft relevante Themen unter die Lupe zu nehmen.»

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