Herr Baumann, was für ein Interesse hat Losinger Marazzi genau am Projekt?

Daniel Baumann: Unser Auftrag ist ja, die Arealentwicklung in Salina Raurica voranzubringen. Als man mit der Idee eines Spital-Neubaus auf uns zukam, boten wir an, sie auf die technische Machbarkeit hin zu überprüfen. Und genau das haben wir getan. Alles Weitere muss man fachlichen Entscheidungsträgern und der Politik überlassen.

Also kommt die Initialzündung nicht von Losinger Marazzi?

Es ist mir ganz wichtig, zu betonen, dass wir nicht Treiber sind bei diesem Projekt. Die Ärztegesellschaft war es, die einen Standort suchte. Sie ging auf die Gemeinde Pratteln zu und diese kam dann zu uns.

Aber letztlich wollen doch sicher Sie das Spital bauen?

Klar, es ist immer so, dass wenn ein Ansiedlungsinteressent kommt, wir schauen, ob es einen gemeinsamen Weg gibt, es zu projektieren und dann auch zu realisieren. Der Bau interessiert uns natürlich sehr. In diesem Fall ist aber sicher die öffentliche Hand in einen Teil involviert und es wird über ein ordentliches Submissionsverfahren vergeben. Da sind wir also ein Bewerber von vielen.

Allerdings mit klaren Vorteilen …

Natürlich wissen wir viel über die Ausgangslage des Gesamtareals Salina Raurica Ost. Doch letztlich braucht es eine öffentliche Ausschreibung. Wir haben aber Erfahrung beim Bau von Spitälern und können ein wettbewerbsfähiges Angebot machen.

Alle bisherigen Projektkosten wurden von Losinger Marazzi getragen. Wie viel haben Sie investiert?

Das sind relativ geringe Beträge, vor allem Mitarbeiterstunden sowie technische Abklärungen, die wir teils sowieso hätten machen müssen wie etwa Lärmschutz oder Störfall. Unter dem Strich sprechen wir von einem Betrag im tiefen fünfstelligen Bereich.

Ihr Vorgehen scheint eher ungewöhnlich, da Sie bereits ein Projekt prüfen, bevor überhaupt die Politik grünes Licht gegeben hat.

Das ist nicht ungewöhnlich. Uns geht es ja um das Gesamtwohl der Entwicklung von Salina Raurica Ost. Unsere Motivation ist auch, durch unsere Arbeit Schwung ins Ganze zu bringen.

An der Pressekonferenz hiess es, dass es bereits interessierte Investoren gibt?

Wir sind sehr breit unterwegs im Immobilienmarkt. Wir realisieren viele Projekte und haben Kontakte. Da ein Anlagenotstand herrscht, sind zudem Gelder in hohem Masse verfügbar. Die letzten Spitalbauprojekte haben aufgezeigt, dass bei Vorliegen solider Businesspläne und nachhaltiger Unternehmensstrategien ein grosses Interesse seitens Investoren besteht. Daher können wir auch sagen, dass die Finanzierung hier funktionieren würde. Grundsätzlich besteht beim Spitalprojekt in Salina Raurica Ost ein Nutzen mit superhoher Bonität und ein zukunftsfähiges Konzept. Dieses Paket wird am Markt bestehen.