Knacknuss

Jetzt wirds eng in Niederdorf: Waldenburgerbahn-Neubau sorgt für Platzprobleme

Bachbett, Bahntrassee und Strasse beanspruchen bei den schon knappen Verhältnissen in Niederdorf mehr Raum.

Bachbett, Bahntrassee und Strasse beanspruchen bei den schon knappen Verhältnissen in Niederdorf mehr Raum.

Die jetzt schon engen Raumverhältnisse in Niederdorf stellen die Verantwortlichen der Erneuerung der Waldenburgerbahn (WB) vor grosse Herausforderungen.

Gleich drei Projekte miteinander stemmen Baselland Transport AG (BLT), Kanton und Gemeinde bei der Erneuerung der Waldenburgerbahn in Niederdorf. Mit dem Bahn-Neubau muss der Hochwasserschutz der Vorderen Frenke gewährleistet werden, was mehr Raum erfordert, wo es ohnehin schon wenig Platz hat. Mit diesem Grossprojekt verknüpft die Gemeinde Niederdorf ihr Baumgartenareal, eine Wohnüberbauung am rechtsseitigen Bachufer.

«Wir verheiraten die beiden Projekte Hochwasserschutz und Bahn in Niederdorf zu einem siamesischen Zwilling. Denn jedes Projekt für sich allein ist nicht realisierbar», erklärt Reto Rotzler, Leiter Infrastruktur bei der BLT. Dabei seien grössere Eingriffe nötig, und es müsse mehr Land erworben werden. «Wichtig ist jetzt das gemeinsame Projekt. Und wir müssen den Leuten auch klar aufzeigen können, welche Auswirkungen das hat und welches die künftigen Chancen sind – der Hochwasserschutz und eine zukunftsorientierte Bahn», erläutert Rotzler.

Niederdorfs Gemeindepräsident Martin Zürcher ist überzeugt, dass es «gut kommt». Für ihn sei die Phase vorbei, wo er das Gefühl gehabt habe, das Projekt wirke sich für Niederdorf «einschneidend und negativ» aus. Die verworfene Variante, das Gleis auf die Strasse zu verlegen, wäre «viel verheerender und schlimm» gewesen. «Jetzt ist klar, wo das Trassee zu liegen kommt», sagt Zürcher und meint weiter: Niederdorf gewinne was, müsse aber auch etwas geben wie Grünsteifen, die verschwänden. «Aber der Hochwasserschutz muss für die Gemeinde kostenneutral sein», fordert er.

Die Sorgen der Einwohnerschaft

Das neue Rollmaterial der Waldenburgerbahn (WB), die im Jahr 2022 von 75 auf 100 Zentimeter umgespurt wird, weist ein grösseres Lichtraumprofil auf. Deshalb wird das Trassee 1,10 Meter breiter. Für den Hochwasserschutz, der einem Jahrhundertereignis standhalten muss, wird in Niederdorf die Bodenrinne der Vorderen Frenke um einen Meter vertieft. Entlang des Flusslaufs sind Stützmauern und Uferböschungen geplant; deshalb muss er um einen bis zwei Meter ausgedehnt werden. «Wir brauchen insgesamt zwei bis drei Meter mehr Platz. Das ist nicht so einfach für jene, die es betrifft», betonte Projektleiter Peter Baumann am Infoanlass vom Montagabend.

Durch den WB-Neubau muss ein Gebäude weichen. Möglicherweise entsteht an dieser Stelle ein neues Vorhaben mit einer Tiefgarage. So könnten die verloren gehenden Autoabstellplätze kompensiert werden. Im Bereich Niederdorf Station werden eine Brücke und ein Fussgängersteg um ein paar Meter verlegt.

Wie sich an der Veranstaltung am Montag gezeigt hat, sorgen sich Niederdorfs Einwohnerinnen und Einwohner primär um drei Punkte: Anschlüsse auf Schnellzüge von und nach Liestal, Platzbedürfnisse im Dorf für Bahn und Bach sowie Parkplätze, die dadurch verschwinden. BLT-Vertreter Reto Rotzler versichert, dass die Ankunfts- und Abfahrtszeiten der WB in Liestal künftig besser auf die Schnellzüge abgestimmt würden. Und er betonte, dass beim Platzbedarf für Trassee, Strasse und Hochwasserschutz «an jedem Schräubchen gedreht wird und wir nur das absolute Minimum beanspruchen».

Das Baumgartenareal mit Wohnüberbauung und Begegnungszone plant die Gemeinde Niederdorf parallel mit der WB-Erneuerung. Es soll eine Verbindung zum Dorf entstehen. Der Übergang mit Ufergestaltung werde in enger Zusammenarbeit mit der BLT konzipiert, sagte Gemeindepräsident Zürcher. Laut ihm soll die Gemeindeversammlung noch dieses Jahr über das Projekt abstimmen können.

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