Das Baselbieter Jugendparlament steht nach kurzer Zeit bereits vor dem Aus. Das teilt der veranstaltende Jugendrat mit. Weil die Jungparteien zu wenig Engagement zeigten, werde das Projekt «auf Eis gelegt». Laut Jugendrätin Lea Hungerbühler seien die im Parlament vertretenen Fraktionen nicht willens oder in der Lage, rechtzeitig Anträge einzureichen, sich selbst anzumelden oder in der Sitzung tatsächlich zu erscheinen. Der Aufwand für die ehrenamtlichen Mitglieder des Jugendrats sei deshalb zu gross geworden.

Der Jugendrat zeigt sich selbst überrascht über das offensichtlich mangelnde Interesse der Jungparteien am Jugendparlament. Gerade vor den Wahlen 2011 hätte der Jugendrat den jungen Politikern «gerne eine Plattform geboten, um sich zu präsentieren, Erfahrungen im Parlamentsbetrieb zu sammeln, Netzwerke zu knüpfen und Kontakt mit den Medien herzustellen».

Alle Fraktionen bedauern auf Anfrage der Basellandschaftlichen Zeitung die Auflösung ihres Parlaments, können die Gründe aber nachvollziehen. Die Kritik des Jugendrats akzeptieren die Parteien jedoch nur zum Teil. Die JCVP beispielsweise habe von Anfang an Bedenken geäussert, dass vier Sitzungen im Jahr die Fraktionen überfordern könnten. Zwei Sitzungen im Jahr hätte man grösser gestalten können, die Anträge besser ausarbeiten. Die JEVP sieht ein weiteres Problem des Jugendparlaments darin, dass die Jugendlichen zu wenig ernstgenommen würden: Ein neues Jugendparlament brauche deshalb mehr Kompetenz.

Anfang September fand die dritte Sitzung des Baselbieter Jugendparlaments statt. Bereits im Frühsommer musste eine Sitzung mangels Anträgen abgesagt werden, ebenso der Termin am kommenden Samstag. Alle Fraktionen wollen sich in den kommenden Wochen darum bemühen, das Jugendparlament in neuer Form wieder einzurichten. Einen neuen Anlauf unter Verantwortung der Jungparteien will der Jugendrat in jedem Fall unterstützen.