Gymnasium Muttenz

Junge SVP ist empört über Vergleich mit der AfD

JSVP-Präsidentin Nicole Roth: «Dass die SVP, die in der Schweiz eine staatstragende Funktion hat und seit Jahrzehnten im Bundesrat vertreten ist, mit populistischen, teils rechtsextremen Gruppierungen anderer Länder in einen Topf geworfen wird, ist ein absolutes No-Go». (Archivbild)

JSVP-Präsidentin Nicole Roth: «Dass die SVP, die in der Schweiz eine staatstragende Funktion hat und seit Jahrzehnten im Bundesrat vertreten ist, mit populistischen, teils rechtsextremen Gruppierungen anderer Länder in einen Topf geworfen wird, ist ein absolutes No-Go». (Archivbild)

Ein Aufgabenblatt zum Thema Rechtspopulismus im Geschichtsunterricht einer Muttenzer Gym-Klasse sorgt für Wirbel. Auf einer Liste rechtspopulistischer Parteien wie der AfD oder der ungarischen Fidesz, welche die Schüler in Teams untersuchen sollen, findet sich auch die SVP.

Empört reagiert die Junge SVP Baselland: «Dass die SVP, die in der Schweiz eine staatstragende Funktion hat und seit Jahrzehnten im Bundesrat vertreten ist, mit populistischen, teils rechtsextremen Gruppierungen anderer Länder in einen Topf geworfen wird, ist ein absolutes No-Go», findet JSVP-Präsidentin Nicole Roth. Den Weg zur Partei fand das Unterrichtsblatt via einen Schüler der betreffenden Muttenzer Klasse, der selber Mitglied der JSVP ist.

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«Parteibüchlein hat im Unterricht nichts verloren»

Im Arbeitsauftrag sollen die Schüler anhand der gewählten Parteien zudem Elemente des Rechtspopulismus wie Fremdenfeindlichkeit, «eventuell Rassismus, Antisemitismus und Homophobie» untersuchen. Auch das sorgt für Kopfschütteln bei der JSVP: Die Aufgabenstellung suggeriert, dass die erwähnten Begriffe auch auf die SVP zutreffen. «Das ist inakzeptabel. Die SVP ist weder rassistisch, noch antisemitisch, noch homophob. Wir tolerieren solche Haltungen nicht», sagt sie.

Aufschlussreich sei, dass linke Parteien im Kontext der Aufgabe kein Thema seien. Damit werde das Gebot der politischen Neutralität der Schulen verletzt. «Das Parteibüchlein eines Lehrers hat im Unterricht nichts verloren», stellt Roth klar.

Brigitte Jäggi, Rektorin des Gymnasiums Muttenz, weist die Vorwürfe zurück: Ein einzelnes Arbeitsblatt sei losgelöst von begleitenden Materialien, Diskussionen und Ergebnissen nicht aussagekräftig für die Beurteilung der politischen Neutralität im Klassenzimmer. Im Unterricht würden mehrere konkrete Fallbeispiele und Aufgabenstellungen behandelt, die sich über mehrere Lektionen erstrecken.

Der Kritik Roths, dass lediglich Parteien rechts der Mitte als populistisch dargestellt würden, widerspricht Jäggi: «Selbstverständlich» sei die Bearbeitung von Linkspopulismus innerhalb derselben Unterrichtseinheit ebenfalls geplant, betont sie. Ob dies von Anfang an der Fall war oder erst als Reaktion auf die Kritik, war gestern für die «Schweiz am Wochenende» nicht zu erfahren.

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