Die Jungsozialistinnen und -sozialisten (Juso) Baselland wehren sich gegen den vor ein paar Wochen gefällten Entscheid des Landrats, den Grundbedarf der Sozialhilfe um 30 Prozent zu kürzen. Heute Donnerstag haben sie ihre Ende Mai lancierte Petition der Landeskanzlei übergeben. Die Zahl von bloss 307 Unterschriften, die online gesammelt worden sind, ist allerdings sehr bescheiden.

Laut den Juso «hat die rechte Landratsmehrheit in den letzten Monaten einmal mehr bewiesen, dass sie in ihrem Abbauwahn auch vor den Schwächsten nicht halt macht». Mit Schützenhilfe der GLP hätten die Rechtskonservativen beschlossen, den Grundbedarf der Sozialhilfe um 30 Prozent zu senken. Diese Motion stammt von SVP-Landrat Peter Riebli. «Wir haben genug von der menschenverachtenden Politik der Rechten, die gegen oben buckeln und gegen unten treten», erklärt Ronja Jansen, Co-Präsidentin der Juso Baselland.

Kritik auch von Fachpersonen

Gegen Rieblis Motion «Sozialhilfe: Motivation statt Repression» von Ende April haben zahlreiche Fachpersonen aus dem Sozial- und Gesundheitsbereich im Kanton Baselland einen offenen Brief an Parteien und Behörden verfasst.

Die Fachleute, die täglich mit Menschen in Kontakt stehen, die Sozialhilfe beziehen, distanzieren sich von diesem Vorstoss. «Eine Kürzung des Sozialhilfe-Grundbeitrags um 30 Prozent verunmöglicht ein Leben in Würde, nimmt eine laufende Verschuldung auf diversen Ebenen in Kauf und berücksichtigt keine initiativen Schritte seitens der Klientel», ist im offenen Brief zu lesen.