Corona-Massnahmen

Kanton führt am Wochenende Stichproben in Basler Clubs durch

Vielerorts gelten für den Zutritt zu Bars und Clubs in Corona-Zeiten spezielle Regeln. (Symbolbild)

Vielerorts gelten für den Zutritt zu Bars und Clubs in Corona-Zeiten spezielle Regeln. (Symbolbild)

In Basel wurden seit fast zwei Wochen keine Corona-Neuinfektionen mehr registriert, eine zweite Welle soll unbedingt vermieden werden. Auch deshalb will der Kanton am Wochenende Bars und Clubs kontrollieren. Halten sich die Partygänger nicht an die Regeln, behält sich das Gesundheitsdepartement weitere Massnahmen vor.

Mehr als 130 Neuansteckungen vermeldete das Bundesamt für Gesundheit gestern. Die Corona-Fallzahlen steigen schweizweit wieder stark an. Nicht so in unserer Region: In Basel-Stadt verharrt die Zahl der positiv auf das Coronavirus getesteten Personen seit dem 19. Juni, also seit fast zwei Wochen, auf 985. Seit Dienstag wird zudem keine Person mehr isoliert. Ähnlich sieht es im Baselbiet aus: Hier ist die Zahl der gemeldeten Infektionen gestern um einen auf total 860 Fälle gestiegen. Ein Corona-bedingter Todesfall wurde zuletzt am 17. Mai registriert. Unsere Region ist, im Gegensatz zum Beginn der Pandemie Anfang März, kein Hotspot mehr.

Zwingend korrekte Kontaktangaben hinterlegen

Dennoch bleibt auch in der Region die Anspannung gross: «Dass wir in Basel keinen aktiven Fall mehr haben, heisst nicht, dass die Gefahr gebannt ist», sagt Anne Tschudin, Sprecherin des Gesundheitsdepartements (GD). Nachdem der Bundesrat den Kantonen den Entscheid für eine Maskentragpflicht im ÖV abgenommen hat, liegt der Fokus der Basler Corona-Politik auf den Party-Gängern. Aufgeschreckt durch einen Super-Spreaderfall in einer Zürcher Bar will der Kanton am kommenden Wochenende mit Stichproben in den Bars und Clubs kontrollieren, ob die Hygienemassnahmen und Schutzkonzepte eingehalten werden. Mit von der Partei sind Vertreter der Kantonspolizei, des Amts für Wirtschaft und Arbeit sowie des GD. «Werden die Verhaltensregeln vergessen, können die Corona-Fallzahlen auch bei uns schnell wieder ansteigen», sagt Tschudin. Wo und wie genau die Stichproben vorgenommen werden, will sie nicht verraten. Weitere Massnahmen behalte man sich vor. Zunächst appelliert das GD an die Veranstalter und die Besucher, sich an Schutzkonzepte und Regeln zu halten. Insbesondere müssten zwingend korrekte Kontaktangaben hinterlassen werden.

Ansturm auf Baselbieter Testzentrum

Im Landkanton hat es bekanntlich weniger Bars und Clubs – allerdings besuchen viele auf dem Land wohnhafte Partygänger Lokale in der Stadt. Der Fokus der Baselbieter Behörden liegt aktuell darauf, wie das zuletzt wieder zunehmende Bedürfnis nach Corona-Tests bewältigt werden kann. Nach Abebben der ersten Welle werden im Baselbiet seit dem 1. Mai nur noch in der Abklärungsstation Münchenstein Personen auf eine Corona-Infektion untersucht. Am Dienstag wurden dort 179 Corona-Tests durchgeführt, gestern Mittwoch ähnlich viele, sagt Rolf Wirz, Sprecher der Baselbieter Gesundheitsdirektion.
«Wir sind mit unseren Test-Kapazitäten am Anschlag», räumt er ein. Insbesondere morgens bildeten sich vor dem Kuspo Münchenstein lange Menschenschlangen; die Wartezeit beträgt bis zu zwei Stunden. Der Kanton hat deshalb die Bevölkerung dazu aufgerufen, sich jeweils nachmittags testen zu lassen. Dann sei der Andrang jeweils erheblich geringer. Neben der wieder gestiegenen Nervosität in der Bevölkerung führt Wirz den Ansturm darauf zurück, dass die Tests seit dem Bundesratsentscheid von letzter Woche für die Getesteten kostenlos seien.
Falls nötig, wird das Ende April geschlossene Testcenter in Lausen wieder eröffnet. Dies wäre innert kurzer Zeit möglich, betont Wirz. Dennoch muss der Kanton rasch einen weiteren Standort suchen: Das Testzentrum Münchenstein schliesst definitiv Ende Juli, da das Kuspo wieder für andere Nutzungen zur Verfügung stehen soll. «Wir haben eine Lösung in Sicht», verrät Wirz. Spruchreif sei diese aber noch nicht.

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