Tunnelbau

Kanton muss bei Muggenbergtunnel vorwärts machen

Portal des geplanten Muggenbergtunnel Angenstein, Duggingen, Aesch

Ein Postulat fordert vom Kanton, ein Projekt zu erarbeiten. Bald wird der Bund für die H18 zuständig sein. Für alle Beteiligten, die sich für den Bau des Muggenbergtunnels einsetzen, ist eines klar: Je weiter die Planungen fortgeschritten sind, desto höher sind die Chancen, dass der Bund das Projekt dereinst umsetzt.

Am 1. Januar 2020 wird die H18 zwischen Basel und Delémont, auf welcher der geplante Tunnel liegt, zu einer Nationalstrasse. Damit sind neu nicht mehr die betroffenen Kantone, sondern der Bund für den Unterhalt und den Ausbau der Strasse zuständig.

Der Bau des Tunnels, der eine Entlastung im Gebiet Angenstein bringen soll, wurde immer wieder verschoben. Pläne für einen Muggenbergtunnel gibt es seit den 1970er-Jahren. Kürzlich nahmen die langjährigen Bestrebungen wieder Fahrt auf. Auf Intervention des Solothurner Nationalrats Christian Imark (SVP) wurde das Einzel-Projekt Muggenbergtunnel in den Ausbauschritt 2019 des Nationalstrassennetzes aufgenommen. Kurz darauf kippte der Ständerat das vom Schwarzbuben aufs Tapet gebrachte Projekt jedoch wieder. Dies mit der Argumentation, die Planungen zum Muggenbergtunnel seien vom Kanton Baselland zu wenig konkret vorangetrieben worden.

Der Tunnel soll Stau und Unfälle reduzieren

Das muss sich in den kommenden Monaten ändern. Am Donnerstag überwies der Landrat ein Postulat von Rolf Blatter (FDP) an den Baselbieter Regierungsrat. Dieser ist nun aufgefordert, «unabhängig von der hoheitlichen Verantwortung», rasch ein generelles Projekt zum Muggenbergtunnel zu erstellen. Zudem muss der Regierungsrat berichten, mit welchen Kosten der Bau des Tunnels verbunden sein wird und in welchem zeitlichen Rahmen er realisiert werden kann.

Für Rolf Blatter ist die Überweisung seines Vorstosses eine freudige Nachricht: «Es ist wichtig, dass es jetzt endlich vorwärts geht mit dem Muggenbergtunnel. Auch wenn bald der Bund für die H18 verantwortlich ist, muss der Kanton noch sein Möglichstes tun. Je mehr bereits vorliegt, desto besser.» Jeden Morgen höre man Staumeldungen aus dem Gebiet Angenstein. «Hier gibt es ein klassisches Problem: Die Kapazität der Strasse kann den Verkehr nicht mehr schlucken», sagt das Mitglied der landrätlichen Bau- und Planungskommission. Folgen davon seien Staus und Unfälle.

Ins gleiche Horn bläst der Grellinger Landrat Franz Meyer (CVP). «Arbeitet der Kanton zu, ist das ein wichtiges Signal an den Bund, dass der Tunnel für die Region von grosser Bedeutung ist.» Der Bund habe die Pflicht , im Gebiet Angen-stein Massnahmen zu treffen. «Der Sicherheitsaspekt ist wichtig: Es kam dort mehrmals zu tödlichen Unfällen.» Meyer zeigt sich zuversichtlich und rechnet damit, dass der Muggenbergtunnel innerhalb der nächsten zehn Jahre realisiert wird.

Kanton wird Projekt im Frühjahr 2020 übergeben

Ob es tatsächlich so schnell geht, hängt auch vom Engagement der regionalen Politik ab. «Wir erarbeiten in den kommenden Monaten ein Projekt, das wir im Frühjahr 2020 an den Bund übergeben werden», sagt Nico Buschauer, Sprecher der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion. Anschliessend liege die Verantwortung beim Bundesamt für Strassen (Astra). Der Kanton müsse die Pläne soweit wie möglich vorantreiben.

«Wenn der Bund dann zuständig ist, stehen die regionalen Bundesparlamentarier in der Pflicht», findet Postulant Rolf Blatter. Damit es nicht nochmals 40 Jahre dauert, bis der Muggenbergtunnel endlich eröffnet werden kann.
Dimitri Hofer

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