Da weiss die eine Hand wohl nicht, was die andere macht. Der Kanton plant in Reinach eine neue Strasse. Dumm nur: Dort, wo sie durchführen soll, baut die Gemeinde bald Fussballfelder hin. Ausweichen ist auch kaum möglich. Sonst müsste ein Wäldchen dran glauben.

Zwar geht es bei der vorgesehenen Teilumfahrung Reinach Süd erst um die Trassee-Sicherung. Doch so, wie die Strasse gemäss Entwurf 2017 zur Anpassung des Kantonalen Richtplans (Krip) verlaufen soll, wäre sie gar nicht mehr realisierbar. Zwischen dem südöstlichsten Siedlungsrand von Reinach und dem angrenzenden Waldstreifen hat es kaum noch Platz für eine Strasse.

Im Weg ist die Sportzone Fiechten. Reinach entschied bereits im Februar 2017, dass die Sportzone am Rand des gleichnamigen Quartiers erweitert werden soll. Der Einwohnerrat bewilligte dafür 6,7 Millionen Franken. Geplant ist der Ausbau der Sport- und Freizeitanlage, inklusive neuem Clubhaus für den FC Reinach.

Bauprofile stehen schon

Zunächst wird zwar nur ein neues Fussballfeld erstellt, aber in einem nächsten Schritt sind zwei weitere Fussballplätze vorgesehen. Die Bauprofile sind ausgesteckt. Baubeginn ist noch in diesem Jahr.

Der Richtplan-Entwurf befindet sich in der Vernehmlassung. Die Eingabefrist endet heute. Der designierte Reinacher Gemeindepräsident Melchior Buchs (FDP) sprach sich in der bz für die rund 1,5 Kilometer lange Teilumfahrung aus. Laut den kantonalen Strategen würde die Strasse das Reinacher Ortszentrum vom Durchgangsverkehr befreien. Buchs sagte auch, dass er eine Tunnellösung für die neue Teilumfahrung favorisiere – um den Erholungsraum zu bewahren und das Quartier Fiechten vor Verkehr zu schützen.

Es wird bald noch enger

Doch selbst dann, wenn die neue Strasse in den Untergrund verlegt wird, muss Land dran glauben. Wahrscheinlich ist, dass sich die Ingenieure für eine günstige Tagbauweise entscheiden, also für eine Strassenwanne mit Überdeckelung. Beim Sportplatz Fiechten wird aber demnächst weiter gebaut – für die Strassenbaumaschinen würde es noch enger. «Wir haben vor, alle unsere Mannschaften ins Fiechten zu zügeln», sagt Roland Ming, Präsident des FC Reinach. «Spätestens in zwei oder drei Jahren müssen weitere Felder bereit stehen.» Der Club hält heute Abend seine Generalversammlung ab. Da dürfte die neue Strasse erstmals ein Thema sein. Laut Ming verhält sich der FC gegenüber dem Vorhaben neutral.

Nicht so die SP Aesch-Pfeffingen: Sie verlangt die Streichung der Teilumfahrung Reinach Süd aus dem Richtplan-Entwurf. Dieselbe Forderung stellen die Baselbieter Grünen auf. In einer gestern verschickten Medienmitteilung ist von einer «masslosen und undifferenzierten Agglomerationspolitik» die Rede. Und: «Die Strategie, immer mehr Strassen zu bauen, ist nicht mehr zeitgemäss und nicht finanzierbar.»