Wie weiter?

Kantonsspital Baselland setzt auf zwei alte Standorte statt Neubau

Zumindest die Leitung des Kantonsspitals Baselland will an einem starken Standort Liestal festhalten. (Archiv)

Nun liegen die Vorschläge auf dem Tisch: Das Kantonsspital Baselland möchte nach dem Scheitern der Fusion mit dem Universitätsspital Basel am liebsten mit den Standorten Liestal und Bruderholz in die Zukunft.

Wie soll das marode Kantonsspital Baselland (KSBL) nach der gescheiterten Fusion mit dem Basler Universitätsspital in die Zukunft? Zu dieser dringlichen Frage liegen nun die Vorschläge der KSBL-Spitze auf dem Tisch. Diese favorisiert eine Variante mit künftig noch zwei stationären Spital-Standorten im Kanton – Liestal und Bruderholz. Das Spital Laufen würde geschlossen. Der KSBL-Verwaltungsrat hat gemeinsam mit Spitalleitung und Ärztekader vier Szenarien erarbeitet.

Auf Rang zwei folgt die Variante Neubau, wobei alle bisherigen Standorte aufgegeben würden. Dafür machten sich vergangene Woche in der bz die Ärztegesellschaft Baselland und der Verband der Assistenz- und Oberärzte stark. Mit Salina Raurica brachten sie auch gleich einen Standort ins Spiel. Laut Variante 3 würden die Standorte Bruderholz, Laufen und Liestal – bei einem Leistungsabbau und einer Spezialisierung – beibehalten. Variante 4 sähe Liestal neu als alleinigen Standort vor.

«Variante mit kleinsten Risiken»

Die Varianten 1 und 2 hätten in der internen Evaluation deutlich besser abgeschnitten als Varianten 3 und 4, sagt Verwaltungsratspräsidentin Madeleine Stöckli. Mit anderen Worten: Fürs Spital kommen letztere gar nicht infrage. Zudem werde die Variante mit Liestal/Bruderholz gegenüber dem Neubau auf der grünen Wiese klar favorisiert. «Es ist jene Variante mit den kleinsten Risiken und jene, mit der wir den Auftrag der Regierung am besten erfüllen.» Dieser lautet: Finanzen stabilisieren, Kosten dämpfen und Gesundheitsversorgung optimieren.

Gemäss den Plänen des KSBL würde allerdings «nur» Liestal als breit aufgestelltes Grundversorgerspital weitergeführt; auf dem Bruderholz würde das Angebot gestrafft und spezialisiert – etwa in den Bereichen Orthopädie, Altersmedizin und Rehabilitation. In Laufen würde es kein stationäres Angebot mehr geben. Stöckli betont aber, eine ambulante Anlaufstelle für die Laufentaler Bevölkerung weiterführen zu wollen. Das könnte ein Ärztezentrum sein, denkbar an einem zentraleren Ort als im heutigen Spitalgebäude aus den frühen 1950er-Jahren.

Die Variante Neubau auf der grünen Wiese wäre sehr reizvoll, räumt Stöckli ein. Das KSBL könnte mit einem topmodernen Spital und zeitgemässen organisatorischen Strukturen unter einem Dach völlig neu beginnen. Allerdings wäre dies mit einigen Risiken verbunden, wie Stöckli ausführt. Die Investition in den Neubau wäre wohl zu stemmen. Allerdings müsste das KSBL bis zur Inbetriebnahme des Neubaus während Jahren in den alten Strukturen weiterwirtschaften. Dass in dieser Transformationsphase die nötigen Erträge zusammenkommen, um das KSBL auf einer soliden Basis zu halten, sei ungewiss, sagt Stöckli und fügt an: «Aus heutiger Sicht ist die Variante Neubau nur schwer finanzierbar.»

Liestal nicht Privaten überlassen

Ein weiteres Risiko sieht sie in der Aufgabe des Standorts Liestal: Hier ist das KSBL mit einem Marktanteil von 60 Prozent der Platzhirsch. Im Falle eines Abgangs des KSBL könnten private Anbieter versucht sein, in die Bresche zu springen und im Kantonshauptort Angebote aufzubauen. Damit würden sie dem KSBL, das weiter «unten» in Pratteln domiziliert ist, Patienten aus dem Oberbaselbiet streitig machen.

Stöckli betont, dass dies Empfehlungen aus Sicht des Unternehmens seien: «Unter politischen und versorgungstechnischen Überlegungen kann es auch andere Lösungen geben.» Die Baselbieter Regierung wird die Vorschläge nun prüfen und im Herbst ihre Lösung präsentieren. Diese kommt anschliessend in den Landrat. Letztlich wird wohl das Baselbieter Volk entscheiden.

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