Baselbiet

Kantonsspital-Krise: FDP-Fraktionspräsident fordert Übergangs-Verwaltungsrat

Der Chef der Baselbieter FDP-Fraktion im Landrat, Rolf Richterich, fordert den Rücktritt des Verwaltungsratspräsidenten des Kantonsspitals Baselland. (Archiv)

Der Chef der Baselbieter FDP-Fraktion im Landrat, Rolf Richterich, fordert den Rücktritt des Verwaltungsratspräsidenten des Kantonsspitals Baselland. (Archiv)

Der Druck auf den Verwaltungsrat des Kantonsspitals Baselland (KSBL) steigt weiter an: Nun wird der Baselbieter Regierungsrat dazu aufgefordert, Präsident Dieter Völlmin abzusetzen und einen Übergangs-Verwaltungsrat zu bestimmen.

FDP-Landrat Rolf Richterich fordert den Baselbieter Regierungsrat dazu auf, «unverzüglich seine gesetzliche Oberaufsichtsfunktion wahrzunehmen» und den Verwaltungsratspräsidenten des Kantonsspitals Baselland (KSBL), Dieter Völlmin, abzusetzen. Das schreibt er in einem Vorstoss vom Mittwoch.

Dasselbe fordert CVP-Landrat Peter H. Müller mit einem eigenen Vorstoss. Beide Landräte stellen in Aussicht, an der Landratssitzung am Donnerstag je ein dringliches Postulat einzureichen.

Spitalversorgung gefährdet

Richterich drängt darauf, dass auch weitere Mitglieder des siebenköpfigen Gremiums «durch geeignete Personen» ersetzt werden, welche die «aktuell benötigte Erfahrung» vorweisen würden. Als Eigner des Kantonsspitals müsse die Regierung einen «Übergangsverwaltungsrat» einsetzen.

Der Präsident der FDP-Landratsfraktion wie auch Müller begründen ihre Forderungen damit, dass Völlmin beabsichtige, den KSBL-Geschäftsführer Heinz Schneider abzusetzen. Die Führungskrise gefährde den Zweck des Spitals, nämlich die Spitalversorgung der Bevölkerung.

«Schönwetter-Verwaltungsrat»

«Beim KSBL zeichnet sich ein Zweikampf zwischen Verwaltungsrat und Geschäftsleitung ab», sagt Richterich gegenüber der bz. CEO Schneider sei mit seiner Erfahrung im Gesundheitswesen die fähigere Person als Anwalt Völlmin. «Deswegen ist der Regierungsrat gut beraten, Völlmin zu ersetzen.»

Weiter spricht Richterich von einem «Schönwetter-Verwaltungsrat», der bei der aktuell schwierigen Situation des Spitals ungeeignet sei. Auch Regierungsrat Thomas Weber habe sich bisher zu passiv verhalten. «Beim Führungsstreit muss er sich auf die Seite der Geschäftsleitung stellen. Diese muss die Umsetzung der Spital-Strategie gegen den Widerstand der Ärzte durchsetzen.» Die Regierung bezieht zu parlamentarischen Vorstössen vor deren Behandlung keine Stellung.

Heftige Kritik an Völlmin

Richterich und Müller reihen sich ein in eine ganze Reihe von Landräten, die Vorstösse zum Thema eingereicht haben. In mindestens drei davon wird Völlmin teilweise heftig kritisiert.

Das Kantonsspital hat in den vergangenen Monaten etliche Abgänge von Chefärzten verkraften müssen. Ärzte haben dabei CEO Schneider mitunter auch öffentlich kritisiert.

Die Auslagerung der Spitäler aus der kantonalen Verwaltung wurde im März 2012 beschlossen. Seither wird die Strategie der Zusammenführung umgesetzt. Sie gibt vor, dass die zuvor eigenständigen Standorte Liestal, Bruderholz und Laufen zusammen geführt werden.

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