Yves Laukemann

Kaum der Muttenzer SP beigetreten, will er für die Partei in den Gemeinderat

In der Muttenzer Politik war Yves Laukemann bisher nicht präsent. Bild: Roland Schmid (Muttenz, 5. August 2019)

In der Muttenzer Politik war Yves Laukemann bisher nicht präsent. Bild: Roland Schmid (Muttenz, 5. August 2019)

Yves Laukemann will für die SP in den Muttenzer Gemeinderat. Ein politisches Amt hatte er noch nie.

«Den Gemeinderat mit einer neuen und innovativen Kraft stärken», lautet ein Motto, mit dem die Muttenzer SP Yves Laukemann in den Gemeinderat wählen lassen möchte. Der zweite Wahlgang der Ersatzwahl für die in die Baselbieter Regierung gewählte Kathrin Schweizer findet am 25. August statt. Für Laukemann trifft die Bezeichnung «neu» auf jeden Fall zu. Der SP Muttenz ist er nämlich erst kurz vor der Nominierung durch die Mitglieder beigetreten. In Muttenz ist er bisher noch nie politisch in Erscheinung getreten.

Darin sieht SP-Präsidentin Susanne Holm «überhaupt kein Problem». Laukemann sei schon lange SP-Sympathisant gewesen. «Er ist motiviert, innovativ und engagiert. Darauf kommt es an.» Und nicht jeder müsse unbedingt das Karriereleiterli von ganz unten hochklettern. Holm räumt auch unumwunden ein, dass die SP Muttenz in ihren eigenen Reihen keinen geeigneten Kandidaten gefunden hat.

Führungserfahrung vom Job als Abteilungsleiter

Dabei hatte Schweizer bereits früh ihre Kandidatur für die Regierung angemeldet. Es war also absehbar, dass die SP in einer Ersatzwahl einen Gemeinderatssitz zu verteidigen hätte. Jonas Eggmann und Schweizer selber, die bis zum vergangenen Frühling die Partei gemeinsam präsidierten, suchten einen Nachfolger. «Wir führten Gespräche mit mehreren Personen», sagt Eggmann.

Das Führungsduo stiess aber auf ein immer häufigeres Problem des Milizsystems: Es gibt fähige Personen – aber diese schrecken vor dem Zeitaufwand zurück, den ein politisches Amt mit sich bringt. Gleichzeitig ging Laukemann im Frühling von sich aus auf die Muttenzer SP zu: «Ich sagte dem Vorstand: ‹Ich bin zwar nicht aus eurem Gärtli. Aber wenn ihr jemanden mit Erfahrung braucht, dann stehe ich zur Verfügung.›» Der Vorstand und er seien sich einig geworden, dass sein Hintergrund für eine Kandidatur passe. Mit «Erfahrung» meint Laukemann vor allem seine berufliche Tätigkeit: Er leitet die Informatik im Basler Claraspital.

Auch Parteipräsidentin Holm ist überzeugt: «Führungserfahrung hat er dank seinem Beruf.» Bei einer Muttenzerin, die bei der parteiinternen Nomination dabei war, hinterlässt die Nominierung Laukemanns aber einen schalen Nachgeschmack. Seine politischen Ideen habe er vor der versammelten Muttenzer SP dargelegt. Sie seien durchaus SP-nahe, räumt die Informantin ein. «Aber nachprüfen, ob und wie er sie auch wirklich umsetzt, kann man nicht. Er hat keinen politischen Leistungsausweis.»

Dabei ist Laukemann politisch nicht komplett unerfahren. Vor rund 20 Jahren war er in Reinach in der SP tätig, er war dort auch Parteimitglied. «Mir ist das Gedankengut der SP vertraut», sagt er. Für die Reinacher Ortspartei kandidierte er für den Schulrat, allerdings erfolglos. Und er wurde erster Nachrückender der SP im Einwohnerrat. Doch als ein Sitz vakant wurde, verzichtete er – aus beruflichen Gründen. Ein politisches Amt übte er also auch in Reinach nie aus.

Sein Kontrahent am 25. August, der CVP-Mann Thomas Schaub, ist hingegen tief in der Muttenzer Politik verankert. Seit einigen Jahren ist er Vizepräsident der Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission – und er präsidiert die CVP.

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