Die Baselbieter CVP wird für den ersten Wahlgang der Ständeratswahlen am 20. Oktober keine Empfehlung abgeben. Der CVP-Parteitag folgte am Donnerstagabend in Oberwil dem Antrag des Vorstands auf Stimmfreigabe mit 69 zu 7 Stimmen. Damit könne ein internes Hickhack vermieden werden, sagte der Röschenzer Gemeindepräsident Remo Oser. Das Hearing mit den vier Kandidierenden für den einzigen Baselbieter Sitz im Stöckli, Daniela Schneeberger (FDP), Elisabeth Augstburger (EVP), Eric Nussbaumer (SP) und Maya Graf (Grüne), hatte zuvor keinen klaren Favoriten der CVP-Basis hervorgebracht.

«Als staatstragende Partei eine Meinung haben»

Ohne Erfolg hatte der ehemalige Parteichef Marc Scherrer argumentiert, die CVP als staatstragende Partei müsse in dieser Frage doch eine Meinung haben. Scherrer sitzt im Komitee für FDP-Kandidatin Schneeberger, ebenso wie Regierungsrat Anton Lauber. Beide wehrten sich gegen die Stimmfreigabe. Vor einem allfälligen zweiten Wahlgang, der am 24. November über die Bühne gehen würde, werden die Christdemokraten die Unterstützungsfrage neu beurteilen.

Im Vorfeld hatte der neue CVP-Kantonalpräsident Silvio Fareri eine Unterstützung Schneebergers an die Bedingung geknüpft, dass die FDP auf eine Listenverbindung mit der SVP bei den gleichzeitigen Nationalratswahlen verzichte. Auf diese Forderung gingen die Freisinnigen nicht ein; sie beschlossen ihrerseits eine Wahlallianz mit der SVP. Die Stimmfreigabe ist für die bürgerliche Ständeratskandidatin Schneeberger nicht gerade ein positives Signal, wenn auch kein Beinbruch. Die CVP geht bei den Nationalratswahlen eine Mitte-Verbindung mit EVP, BDP und Grünliberalen ein. Gleichwohl resultierte daraus keine Unterstützung für EVP-Ständeratskandidatin Augstburger. Doch war dies im Vorfeld erwartet worden.