Allschwil

Kein verflixtes siebtes Jahr: FPD-Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli schafft Wiederwahl klar

Mit rund 60 Prozent der Stimmen wiedergewählt: Nicole Nüssli-Kaiser, hier bei der Wahlfeier beim «Jägerstübli».

Mit rund 60 Prozent der Stimmen wiedergewählt: Nicole Nüssli-Kaiser, hier bei der Wahlfeier beim «Jägerstübli».

In Allschwil schafft die Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli (FDP) die Wiederwahl. Mit insgesamt 2989 Stimmen distanziert sie die Konkurrenz deutlich. Ihr Herausforderer Christoph Morat (SP) ist chancenlos. Die selbstständige Anwältin ist seit 2013 im Amt.

Die Intensität des Wahlkampfes liess auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen schliessen – doch das Resultat, das am Sonntag kurz vor 13 Uhr bekannt gegeben wurde, lässt keine Zweifel offen: Die Allschwilerinnen und Allschwiler wünschen sich Kontinuität. Sie bestätigen Nicole Nüssli im Amt.

Die FDP-Politikerin, die auch von der SVP, der CVP und der GLP getragen wurde, siegt mit 2989 Stimmen klar. Ihr ­Herausforderer Christoph Morat von der SP kommt auf 1696 Stimmen. Er wurde auch von den Grünen portiert. Die Wahlbeteiligung beträgt 38,8 Prozent – ein respektabler Wert für Kommunalwahlen.

Nicole Nüssli sieht ihr gutes Resultat als Bestätigung für ihre Politik: «Es zeigt: Die Bevölkerung schätzt meinen Leistungsausweis.» Und schon schaltet die selbstständige Anwältin, die 2013 in stiller Wahl Gemeindepräsidentin wurde, wieder auf Angriff: «Ich habe mit vielen Wählerinnen und Wählern geredet, die fragten mich: Warum soll es einen Wechsel geben? Allschwil geht es gut. Von der Gegenseite war kein wirkliches Programm ersichtlich – jedenfalls nichts klar von uns Unterscheidbares.»

Erste Kampfwahl ums Präsidium seit 28 Jahren

Das sieht Christoph Morat anders. Der Projektleiter am Universitätsspital Basel warb mit dem Stichwort Wandel. Festhalten am Bisherigen sei in der heutigen Welt, die sich so schnell verändere, keine Option. Morat räumt jedoch ein: «Das Potenzial für einen Wechsel an der Spitze der Regierung war offenbar nicht so hoch, wie wir es eingeschätzt haben.»

Die SP sah sich nach den Gemeindewahlen am 9. Februar beflügelt. Von allen Gemeinderatsmitgliedern machte Morat das beste Resultat. Mit elf Stimmen Vorsprung verwies er Nicole Nüssli auf Platz zwei. Die SP eroberte zudem einen zusätzlichen Gemeinderatssitz und besetzt ab der neuen Legislatur, die übermorgen Mittwoch, 1. Juli, beginnt, wieder drei Sitze in der Exekutive – was jedoch nicht für eine linke Mehrheit reicht: FDP und CVP haben je zwei Amtsträger.

Wohl nicht wenige betrachteten es als Affront, dass es erstmals seit 1992 wieder zu einer Kampfwahl kommen sollte. Die Stimmung war gereizt. Vor allem im Dorf wurden zahlreiche Wahlplakate von Christoph Morat verunstaltet: Bei dutzenden seiner Konterfeis war sein Mund überklebt.

Vorwurf der Amtsgeheimnisverletzung

Aber auch Plakate von Nüssli wurden beschädigt. In Leserbriefen im «Allschwiler Wochenblatt» wurde auf Defizite des politischen Gegners hingewiesen – eigentlich eine Unsitte bei Kommunalwahlen, bei denen es in der Regel dabei bleibt, den eigenen Wunschkandidaten, die eigene Wunschkandidatin zu loben.

Im Mai sah sich Morat auch dem Vorwurf der Amtsgeheimnisverletzung ausgesetzt – er wurde entkräftet, doch spätestens da stand es um das Verhältnis zwischen ihm und Nüssli nicht mehr zum Besten.

Sie sagt, sie sei ganz sicher bereit, dass es im Gemeinderat wieder um die Sache gehe. «Aber die andere Seite muss auch einen Schritt auf uns zumachen.» Christoph Morat sagt, er biete Hand dazu. Die rasante Entwicklung Allschwils erfordere jetzt wieder Sachpolitik. «Was aber nicht heisst, dass wir nicht auf Versprechen zurückkommen werden, die Nüssli im Wahlkampf abgegeben hat – etwa, was die Verkehrsberuhigung in den Quartieren angeht.»

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