Die jüngste Partei der Schweiz hielt am Donnerstag früh ihre erste Medienkonferenz ab. Im Aufenthaltsraum im Regierungsgebäude in Liestal erklärten die zwei Gründer einer Handvoll Journalisten, warum es sie brauche, die AVP, die Allschwiler Volks-Partei. Ein Vorbeigehender raunte den beiden zu: «Oh, habt ihr schon eure erste Fraktionssitzung?»

Pascale Uccella und ihr Vater Roman Klauser schmunzelten. Für eine Fraktion im Landrat bräuchten sie drei weitere Mitglieder. Die sind nicht in Sicht. Bisher weist auch wenig darauf hin, dass sich die beiden Neo-AVP-Landräte einer anderen Landratsfraktion anschliessen könnten. «Unsere Gesinnung entspricht derjenigen der Volkspartei», sagte Uccella. «Das kann man nicht einfach ändern.»

Spätestens seit Mittwoch ist auch eine andere Türe zu. Klauser und Uccella zogen ihre Anträge zurück, wieder in die SVP-Fraktion aufgenommen zu werden. Aus ihr waren sie vor zwei Wochen ausgeschieden – kurz, nachdem die Mitglieder der SVP Sektion Allschwil-Schönenbuch entschieden hatten, Klauser und Uccella auszuschliessen. Am Mittwochabend gaben sie die Gründung der AVP bekannt. Ursache des Bruchs mit der Sektion ist ein Konflikt über die Höhe von Mandatsabgaben.

Freund, Feind, Parteifreund

Die SVP-Fraktion verliert wegen des Doppelabgangs Vertreter in den Kommissionen und einen Sitz (siehe Kasten). Fraktionspräsident Dominik Straumann sagte am Donnerstag auf Anfrage, es stehe noch nicht fest, wer die frei werdenden Kommissionssitze übernehme. «Wir werden dies in den nächsten Tagen klären.»

Das Band zwischen Klauser und Uccella und ihrer früheren Partei ist zerschnitten. «Die Unterstützung der Partei-Geschäftsleitung ist nicht da», sagte Klauser. Darum hätten sich seine Tochter und er dazu entschieden, einen Schlussstrich zu ziehen und die neue Partei zu gründen. «Wir haben viel gelernt aus der Angelegenheit. Stichwort Parteifreund: Wem darf man Vertrauen? Ganz wenigen.»

Unklar ist, wie die Mehrheit der verbliebenen SVP-Fraktionsmitglieder über ihre früheren «Gspänli» denkt. Einfach wäre die Wiederaufnahme nicht geworden. Die Abstimmung war auf am Donnerstag früh anberaumt gewesen. Vier-Fünftel der Fraktion hätte anwesend sein müssen. Notwendig gewesen für eine Wiederaufnahme wäre eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

Erstaunlich ist die Aussage von Dominik Straumann. Er sagte auf Anfrage, das Fraktionsbüro habe empfohlen, Klauser und Uccella wieder aufzunehmen und sie in ihren Kommissionen zu belassen. Er persönlich finde es «sehr schade, dass keine Lösung gefunden werden konnte.»

SVP-Landrätin Caroline Mall sagt, auf ihre Unterstützung hätten Uccella und Klauser zählen können: «Sie wurden von der Sektion Allschwil unter Druck gesetzt. Man lege den Streit um die Mandatsabgaben bei, wenn sie auf eine erneute Landrats-Kandidatur verzichten. Das ist unverhältnismässig. Zusammen mit dem Sektionsausschluss handelt es sich, in politischen Dimensionen gesprochen, um die Todesstrafe. Das haben Pascale Uccella und Roman Klauser nicht verdient.»