Sissach

Kevin-Schläpfer: «Kunsti-Öffnung war eines meiner grössten Ziele»

Kevin Schläpfer ist praktisch auf dem Eis der Sissacher Kunsti gross geworden. Das will er den Jungen heute auch ermöglichen.Juri Junkov

Kevin Schläpfer ist praktisch auf dem Eis der Sissacher Kunsti gross geworden. Das will er den Jungen heute auch ermöglichen.Juri Junkov

Eishockey-Grösse Kevin Schläpfer kämpfte das ganze Jahr für ein neues Kunsti-Dach in Sissach – ohne Erfolg. Die Hoffnungen liegen nun auf dem Jahr 2014. Doch die Konsequenzen sind verheerend: Einige Spieler schmissen das Handtuch.

Auf der Sissacher Kunsteisbahn ist es ruhig. Wo sonst Schlittschuhe kreischen, gibt es zurzeit kein Eis. Kevin Schläpfer wirft einen wehmütigen Blick ins Innere der Halle. Über ein Jahr ist die Kunsti bereits geschlossen.

Schläpfer hat sich im Jahr 2013 intensiv für eine Öffnung eingesetzt – ohne Erfolg. Es wäre für ihn ein Highlight des Jahres geworden. Nun wird es hoffentlich auf 2014 verschoben.

«Die Wiedereröffnung der Kunsti war eines meiner grössten Ziele in diesem Jahr», erklärt Schläpfer. Er wolle, dass die Jungen des EHC Zunzgen-Sissach wieder trainieren können.

Er selbst startete seine Jugendkarriere auch in diesem Verein. Von daher sei sein Einsatz Pflicht gewesen. Acht Jahre hat er auf dem Sissacher Eis verbracht. Dann wechselte er nach Basel. Es ist die Erfolgsgeschichte einer Baselbieter Eishockey-Grösse.

Bis heute verbringt Schläpfer gerne Zeit auf der Kunsti in Sissach. Er ist Trainer des EHC Biel und kommt immer gerne zurück in sein altes Vereinslokal. Es ist – beziehungsweise war – für ihn ein zweites Zuhause.

«Ein Familienhaus, in das man immer gerne zurückkehrt.» Er trifft dort das ganze Dorf. Und die Jungen treffen ihr Idol. Schläpfer nennt die Kunsti eine «Stammbeiz fürs ganze Dorf». Insofern fehlt derzeit nicht nur ein sportliches Angebot, sondern auch ein sozialer Treffpunkt.

Die Geschichte der «neuen» Kunsti begann 2005 mit einem neuen Dach. Und letztes Jahr wurde dieses Dach dann zum Verhängnis. Die Kunsteisbahn musste geschlossen werden, da es einsturzgefährdet ist.

Das Problem ist die Bildung von Kondenswasser am Holz. Deshalb ist die Anlage nicht mehr sicher und bleibt bis auf weiteres geschlossen.

Eishockey-Mekka

Die Eishockey-Fans hoffen, dass es bis zur Saison 2014/15 wieder Eis gibt. Bis dahin müssen der EHC Zunzgen-Sissach und der Curling-Verein auf andere Kunsteisbahnen ausweichen. Einige Vereinsmitglieder hörten auf, weil ihnen der Weg in die Kunsti St. Margarethen oder Eglisee nach Basel zu weit war.

Schläpfer kennt einige Jugendspieler, die das Handtuch schmissen. Für den EHC sei das verheerend. Es habe den Verein zehn Jahre zurückgeworfen. Ob man nächstes Jahr die Mannschaften auffüllen könne, ist für ihn ungewiss.

Für Schläpfer ist Sissach eine Art Eishockey-Mekka. Er erinnert sich, wie er selbst jeden freien Nachmittag auf dem Eis verbrachte. Heute ginge es vielen Jungen ähnlich – wenn die Kunsti denn offen wäre.

Der Eishockey-Verein Zunzgen-Sissach hat viele Talente hervorgebracht (zum Beispiel Remo Hunziker, siehe oben). Mehr Talente als Basel-Stadt. Schläpfer erklärt das so: «Die Kunsti in Sissach ist für viele in Laufdistanz erreichbar. Dadurch kommen die Jungen viel häufiger.»

Der Eishockey-Standort Sissach sei auch in Bern und Arosa ein Begriff, betont Schläpfer. In der Tat ist es kein unbedeutender Dorfverein, sondern der EHC Zunzgen-Sissach etablierte sich an der Spitze der Hockey-Amateure.

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