Laufen

Kirche St. Katharina aus Sicherheitsgründen geschlossen

Die Kirche St. Katharina ist eine der wichtigsten Barockkirchen des Kantons.

Die Kirche St. Katharina ist eine der wichtigsten Barockkirchen des Kantons.

Der Zustand der Kirche St. Katharina ist prekär: Mehr als die Hälfte der Auflagebalken, auf welche sich das Dach stützt, ist bereits weggefault. Daher bleibt die Kirche vorerst geschlossen – womöglich für viele Jahre.

«Die St. Katharinenkirche ist weit mehr als eine Kirche – sie ist ein Wahrzeichen für das Laufental, ein Stück Heimat», sagt Denise Wyss. Deshalb schmerze die vorübergehende Schliessung des 1698 vollendeten Barockbaus nicht nur Kirchengänger, ist die Pfarrerin der christkatholischen Kirchgemeinde überzeugt. Die Sperrung ist nötig, weil die Gefahr besteht, dass Teile der Decke runterfallen. Deshalb muss das Bauwerk dringend saniert werden. Dafür fehlt der kleinen Kirchgemeinde jedoch das Geld. Sie sucht deshalb Sponsoren.

Zu diesen hätte auch die kantonale Denkmalpflege gerne gehört. «Aber wegen der Kürzungen, die wir während der letzten Jahre erfahren haben, würde das unser Budget komplett sprengen», bedauert der stellvertretende Denkmalpfleger Walter Niederberger. «Dabei gehört die Kirche St. Katharina in Laufen gleich nach dem Dom in Arlesheim zusammen mit der Stephanskirche in Therwil zu den wichtigsten barocken Kirchen im Kanton. Ihr Erhalt ist für uns enorm wichtig, weshalb wir die Kirchgemeinde wenigstens bei der Suche nach Geldgebern tatkräftig unterstützen.»

Schaden grösser als erwartet

Eigentlich hatten die Instandsetzungsarbeiten bereits begonnen. Doch dann stellte sich heraus, dass der Schaden viel grösser ist als erwartet und die 250 000 von der Kirchgemeinde zusammengesparten Franken nicht ausreichen. «Mehr als die Hälfte der Auflagebalken waren weggefault», erläutert Architekt Martin Plattner. Auf diese stützt sich einerseits das Dach, andererseits hängt daran die Decke. Sie zu flicken kostet 600 000 Franken, weshalb die Arbeiten abgebrochen wurden. Dabei wären sie nicht nur aus Sicherheitsgründen dringend nötig. «Wenn man zu lange wartet, könnten Teile dieses national und kantonal geschützten Denkmals kaputt gehen», warnt Plattner.

Mehr als die Hälfte der Auflagebalken sind weggefault, weshalb die Renovationteurer wird als erwartet. zVg

Mehr als die Hälfte der Auflagebalken sind weggefault, weshalb die Renovationteurer wird als erwartet. zVg

«Jetzt ist die Frage woher und ob wir das Geld bekommen», sagt Wyss. «Es ist deshalb unmöglich, zu sagen, wie lange die Stadtkirche geschlossen bleiben muss. Im besten Fall ein halbes Jahr – im schlimmsten wohl viele Jahre lang.» In der Zwischenzeit werden die Laufner Christkatholiken einen Teil ihrer Gottesdienste in der reformierten Kirche abhalten, den Rest im eigenen Kirchgemeindehaus. Musikern, welche die für Konzerte beliebte Kirche in der kommenden Zeit gebucht hatten, wurde abgesagt. Das schmerzt doppelt. «Konzerte waren für uns eine Einnahmequelle, die wir gerade jetzt gut gebrauchen könnten», so Wyss. Auch die Wohnung, welche die Kirchgemeinde besitzt und über Jahre vermietet hatte, steht bereits seit Monaten leer. «Im Moment kommt einfach alles zusammen.»

Dabei handelt es sich bei den gesuchten 600 000 Franken nur um die Kosten für die dringendsten Sanierungsarbeiten an der 1971 zuletzt umfassend renovierten Kirche. Ein gleich grosser Betrag ist für weitere notwendige Instandsetzungsarbeiten nötig.

Geteiltes Leid

Die Katharinenkirche ist nicht die erste Kirche im Laufental, die aus Sicherheitsgründen geschlossen werden muss. Vor einem Jahr ereilte die Mariakirche in Zwingen das gleiche Schicksal. Seit Ende Sommer steht sie wieder offen. Die römisch-katholische Kirchgemeinde in Zwingen hatte sich dazu entschieden, zur Finanzierung einen Kredit aufzunehmen. Die Kosten dürften sich nach Erledigung der letzten Arbeiten auf gut eine Millionen Franken belaufen.

Die christkatholische Kirchgemeinde Laufen möchte sich bald an Stiftungen, Firmen und die Politik wenden für Hilfe. Und wenn das nichts bringt? «Dann müssen wir nach Alternativen suchen und die Kirche etwa an den Kanton überschreiben oder eine andere Trägerschaft suchen», sagt Wyss. «Denn dass wir alleine für die Renovation aufkommen können, steht ausser Frage.»

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1