Namensstreit

Klage eingereicht – Klingen Accroma und Archroma ähnlich?

Auch nach phonologischer Untersuchung, befanden das Kantonsgericht Baselland sowie das Bundesgericht die Ähnlichkeit als gering. (Symbolbild)

Auch nach phonologischer Untersuchung, befanden das Kantonsgericht Baselland sowie das Bundesgericht die Ähnlichkeit als gering. (Symbolbild)

Zwei Unternehmen, die fast gleich heissen, sind in einen Namensstreit geraten. Das eine hat Klage beim Kantonsgericht Baselland eingereicht. Dieses befand die Ähnlichkeit als gering.

Beide Firmen sind relativ jung. Die Archroma in Reinach entstand 2013 aus drei Abteilungen, die das Chemieunternehmen Clariant dem US-Finanzinvestor SK Capital Partners Group verkauft hatte. Die Accroma aus Muttenz wiederum ist noch ein Jahr jünger und hiess zudem bis 2017 RPD Tool.

Dass sich im gleichen Kanton eine weitere Firma angesiedelt hat, die ebenfalls mit A- beginnt und mit -ROMA endet, hat die Archroma gar nicht geschätzt. Im Februar 2018 mahnte sie die namensverwandte Firma, sie habe sich bis Ende März umzubenennen. Die Accroma dachte nicht daran. So reichte die Archroma im Mai Klage ein.

Firmen sind keine direkten Konkurrentinnen

Beide Unternehmen sind international tätig; die Archroma im Bereich der Spezialitätenchemie, die Accroma im Bereich der Laborausrüstung. Damit seien sie keine direkten Konkurrenten, stellten sowohl das Baselbieter Kantonsgericht als auch das Bundesgericht fest. Die kurze Distanz zwischen den Hauptstandorten erhöhe die Verwechslungsgefahr ebenfalls nicht, meinte das Kantonsgericht. Schliesslich würden Reinach und Muttenz sich nicht auf den gleichen Verkehrsachsen befinden.

Einfach machte es sich das Bundesgericht nicht, um eine Verwechslungsgefahr auszuschliessen. In einer phonologischen Auslegung erwägten die Richter gemäss neu publiziertem Urteil, ob sich das ARCH- und das ACC- bei der Aussprache nicht doch sehr ähnlich seien. Oder welchen Unterschied es mache, ob die Firmennamen deutsch oder englisch ausgesprochen werden. Vor allem, weil in der englischen Aussprache das R in ARCH- «nicht gerollt, sondern stumm im Gaumen gesprochen werde», wie die Kläger argumentierten.

Am Schluss blieben die Richter bei ihrer Meinung, es bestehe keine Verwechslungsgefahr. Die unterlegene ARCH- hat 20'000 Franken Gerichtskosten und der ACC- 23'000 Franken Anwaltskosten zu zahlen.

Autor

Christian Mensch

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