Faschnacht

Kleinbasler Fasnächtler weibelt im Baselbiet für nationalen Verband

Bis jetzt feierten Liestals Fasnächtler ohne nationale Unterstützung. Das will der Fasnachtverband Schweiz ändern. Archiv/Juri Junkov

Bis jetzt feierten Liestals Fasnächtler ohne nationale Unterstützung. Das will der Fasnachtverband Schweiz ändern. Archiv/Juri Junkov

Der Ehrenpräsident der Kleinbasler Schotte Clique fungiert neu als Botschafter des nationalen Dachverbandes Hefari. Der gut vernetzte Basler Fasnächtler soll den Verband in der Fasnachtshochburg der Schweiz populär machen und Mitglieder finden.

Kein geringerer als der Schönenbucher Ehrenpräsident der Schotte Clique, Roland Bacher, ist der neue Botschafter des nationalen Fasnachtsverbandes der Schweiz.

Der nationale Fasnachtsverband Hefari (ehemals «Helvetischer Fasnachtsring», heute «Fasnachtsverband Schweiz») hat in der Region Basel bis heute einen schweren Stand. Denn in der grössten Hochburg der Schweiz gibt es wenig Bedarf nach einem nationalen Dachverband; kein Wunder also hat kaum ein Fasnächtler überhaupt vom Hefari gehört.

Das will der gut vernetzte Bacher als Regionalleiter des Hefari nun ändern und hat nach eigener Aussage bereits erste Gespräche mit Basler Guggenmusiken geführt: «Die ersten Reaktionen waren positiv; aber vor der Fasnacht haben sie natürlich anderes zu tun.» Immerhin konnte Bacher bisher die Pumperniggel als Neumitglied gewinnen; die Schotte Clique, der er über zehn Jahre als Präsident vorstand, ist dem Hefari bereits unter seiner Ägide beigetreten.

Mit einem Jahresbeitrag von 100 Franken auf der einen Seite sowie 30 Prozent Rabatt bei der Suisa auf der anderen ging Bacher auch im Baselbiet auf Mitgliederwerbung. In Allschwil und Aesch stiess er dabei nach eigener Aussage bisher auf grundsätzliches Interesse; auch Sissachs Fasnachtschef Fabio Fedriga reagiert auf Nachfrage der bz positiv: «Es wäre gut, wenn er sich bei uns melden würde.»

Liestal will eher regionalen Verband

In der Kantonshauptstadt hat Komiteepräsident Ruedi Schafroth indes nur wenig vom Hefari gehört. Er sei zwar «gespannt, wenn Herr Bacher auf uns zukommt», halte einen kantonalen Verband aber für wichtiger als einen nationalen: «Wir haben zwar einen engen Austausch mit Basel; aber zu Pratteln zum Beispiel haben wir überhaupt keinen Kontakt.» Erste zaghafte Schritte zu einer regionaler Zusammenarbeit gibt es bereits mit den Nachbarn in Sissach und Gelterkinden, wo man unter anderem die Veranstaltungen zeitlich besser abstimmen will, wie Rico Tirri vom Gelterkinder Fasnachtskomitee bestätigt.

Muttenz ist seit über zwölf Jahren das einzige Hefari-Mitglied im Baselbiet, wie OK-Chef Christian Braun auf Nachfrage bestätigt. Allerdings sei die Mitgliedschaft im Verband nie diskutiert worden: «Profitiert haben wir bisher nicht davon.» Ferdi Segmüller, Präsident des Hefari, kann diese Haltung nachvollziehen. Tatsächlich habe der Hefari, der vor allem in der Inner- und Ostschweiz sowie in der Romandie und im Ticino stark vertreten ist, erst vor einigen Jahren angefangen, seine Dienstleistungen auszubauen und sich aktiv um Mitgliederwerbung zu kümmern: «Der Hefari ist stark im Umbruch. Unter anderem organisieren wir unsere Regionen komplett neu.»

Neben dem erwähnten Suisa-Rabatt und der Mitgliederzeitschrift biete der Hefari heute Kurse unter anderem über Vereinsrecht und Buchhaltung, Pressearbeit und Rhetorik, Schminke und Arrangement sowie günstige Versicherungskonditionen und juristischen Beistand. Seit kurzem habe der Hefari auch eine Jugendarbeit, die sich an 14- bis 27-Jährige richte. Eine regionale Neuausrichtung des Hefari hält auch Bacher für notwendig, wenn seine Mission Erfolg haben soll: So gebe es bisher unter den Masken in der Bildergalerie auf der Homepage keine einzige Basler Larve.

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