Cupknaller

Kleine Basler Vereine treten im Cup gegen Grosse an – das kann teuer werden

«Allez Sion!» wird am 17. August im Stadion Im Brühl in Allschwil zu hören sein. Trotz des prominenten Gastes erwartet der FC Allschwil ein Defizit.

«Allez Sion!» wird am 17. August im Stadion Im Brühl in Allschwil zu hören sein. Trotz des prominenten Gastes erwartet der FC Allschwil ein Defizit.

Im Cup empfangen Concordia, Black Stars und Allschwil allesamt Super-League-Vereine. Das kann teuer werden.

Am Wochenende vom 17. und 18. August ist die Region im Fussballfieber. Nicht wegen des FC Basel – der spielt dann am Lac Léman –, sondern wegen drei Unterklassigen: Alle haben in der ersten Runde des Schweizer Cups Teams aus der Super League zugelost erhalten. Die Vorfreude auf das Spiel des Jahres ist aber nicht bei allen drei Vereinen gleich gross. Vor allem bei einem Club geht die Angst um, sich wegen des Cup-Knallers in Unkosten stürzen zu müssen.

Die drei Vereine sind der FC Concordia, der FC Black Stars und der FC Allschwil. «Congeli» darf gegen Lugano ran, «Black» empfängt – ein weiteres Mal – den FC Zürich und die Allschwiler beherbergen den FC Sion.

Polizei verbannt «Black» auf die Schützenmatte

Während Lugano eher wenige und Sion Anhänger in mässiger Zahl mitbringen werden, ist das beim FCZ anders. Der Zürcher Stadtclub hat eine grosse Fanbasis, die immer wieder Probleme macht. Das heisst: Die Sicherheitskosten werden bei diesem Renkontre wohl besonders hoch ausfallen.

Black-Stars-Sportchef Peter Faé hat einen Hilferuf an die Mitglieder verschickt. Darin listet er die Kosten auf, die auf den Quartierclub zukommen. Am meisten kostet die Einsatzbereitschaft der Kantonspolizei, 86 000 Franken sind veranschlagt. Zweitgrösster Faktor sind die Sicherheitskosten für den Gästesektor: 12'000 Franken. Total drohen «Black» Ausgaben in der Höhe von 110'000 Franken. Die Einnahmen dürften nicht annähernd so hoch ausfallen.

Ein weiterer Punkt ist die Stadionmiete in der Höhe von 5000 Franken. Die Black Stars mussten das Heimspiel in die Schützenmatte verlegen; Anpfiff ist am Samstag, 17. August, 17 Uhr. Schon 2012 und 2014 spielten die Basler gegen den FCZ. Einmal wichen sie in den St. Jakob-Park aus, einmal auf die Schützenmatte. 2017 jedoch war der FC St. Gallen zu Gast – Anpfiff war im eigenen Haus. Warum das dieses Mal nicht funktionieren sollte, darüber schweigt sich das Basler Justizdepartement aus. Auf Anfrage teilt es lediglich mit: «Das Stadion Schützenmatte ist uns örtlich gut bekannt.»

Auf Facebook beantwortet «Black» die Frage selber. Weshalb man auf die «Schütze» zügle, wird gefragt. Der Club schreibt: Dort sei die Sicherheit laut Justizdepartement gewährleistet – auf dem Buschweilerhof nicht. Der Eintrag endet mit «Schade!».

«Congeli» rechnet mit 100 Lugano-Fans

Ein Heimspiel wie gewohnt wird der FC Concordia austragen. Die Basler empfangen am Freitag, 16. August, um 19.30 Uhr den FC Lugano zu Hause, im Leichtathletik-Stadion St. Jakob. Doch auch «Congeli» plagen Finanzängste. «Für diese Partie reicht es wohl für eine schwarze Null», sagt Präsident Thomas Steinemann zur bz. «Aber nur dann, wenn Baselland die Sicherheitskosten der Polizei übernimmt.»

Weil das Leichtathletik-Stadion in Münchenstein steht, wird die Baselbieter Polizei zugegen sein. «Wir haben bereits beim Kanton einen Antrag auf Erlass der Kosten gestellt», sagt Steinemann. Er erwartet 1000 bis 1200 Zuschauer, darunter 100 Fans aus dem Tessin.

Pech hatte Concordia im letzten Jahr. Damals hiess der Gegner im 1/32-Final des Cups FCZ. Die Polizei liess den Match in den St. Jakob-Park verlegen. Rund 1500 Zuschauer sahen die 0:6-Niederlage von Concordia. Der Club blieb auf einem Defizit im fünfstelligen Frankenbereich sitzen. 

Wie Concordia darf auch der FC Allschwil daheim spielen (Samstag, 17. August, 18 Uhr). Extra für den Cup-Match wird im Stadion im Brühl im Bachgrabengebiet eine Stehrampe mit 1220 Plätzen aufgebaut. Bei ausverkauftem Haus dürften die Infrastrukturausgaben refinanziert sein, sagt Nicolas Hagen, der beim FCA die Arbeiten fürs Sion-Spiel koordiniert, zur bz. Bei den Kosten für die Sicherheit sei man im Gespräch mit dem Kanton. Der Regierungsrat habe Entgegenkommen signalisiert.

Pully wollte zuerst das Heimrecht abgeben

Und der FC Basel? Er tritt am Samstag, 17. August, um 17 Uhr in Pully bei Lausanne an. Der 2.-Ligist spielte sogar mit dem Gedanken, das Heimrecht abzugeben und ins Joggeli zu wechseln – so sehr fürchtete er sich vor dem hohen Aufwand. Das jedoch verwarf der Verein wieder, berichtete «24 Heures». Jetzt wird stattdessen der Sportplatz Rochettaz für 3000 Zuschauer aufgemotzt.

--

Anmerkung: In der ersten Version wurde Peter Faé als Präsident des FC Black Stars aufgeführt. Das ist falsch, Faé amtet als Sportchef. Der Präsident heisst Kaspar Camenzind. 

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1