Gewerbeverbände

KMU-Verbände beider Basel reagieren allergisch auf Fusions-Vorschlag

Der Basler Gewerbeverbandspräsident Marcel Schweizer bekam unerwünschte Post von der Vereinigung für eine Starke Region Basel/Nordwestschweiz.

Der Basler Gewerbeverbandspräsident Marcel Schweizer bekam unerwünschte Post von der Vereinigung für eine Starke Region Basel/Nordwestschweiz.

Vereinigung für eine Starke Region Basel/Nordwestschweiz sticht mit der Forderung nach einer Fusion der Wirtschaftskammer Baselland und des Gewerbeverbands Basel-Stadt in ein Wespennest und holt sich zwei scharf formulierte Absagen.

Eine klare Absage erteilen die Wirtschaftskammer Baselland und der Gewerbeverband Basel-Stadt der Idee einer Fusion. Diese wurde gestern von der Vereinigung für eine Starke Region Basel/Nordwestschweiz lanciert. «Was die Basler Handelskammer und der Industriellenverband Baselland mit dem Zusammenschluss zur Handelskammer beider Basel schon vor Jahren geschafft haben, muss im Interesse einer Stärkung der Region auch den Dachverbänden des Gewerbes gelingen», betonen Elisabeth Schneider-Schneiter und Hans Rudolf Bachmann, Präsidentin und Geschäftsführer der Vereinigung in einer Mitteilung an die Medien. Per Brief haben sie deshalb den Gewerbeverband Basel-Stadt aufgefordert, die durch den Tod ihres Direktors Peter Malama entstandene Vakanz als «zukunftsweisende» und «nicht so schnell wiederkehrende» Chance zu nutzen. Vor einer Neubesetzung solle man «unbedingt den Zusammenschluss der beiden Gewerbeverbände zu einem starken gemeinsamen regionalen Dachverband prüfen und mit den Exponenten der Wirtschaftskammer Baselland entsprechend Kontakt aufnehmen.»

«Regionale Gewerbeverbände entscheiden selbst», antwortet der Gewerbeverband Basel-Stadt und nimmt die Forderung der Vereinigung für eine starke Region «mit grossem Erstaunen zur Kenntnis». Der Gewerbeverband Basel-Stadt befasse sich «auf strategischer Ebene selbstverständlich immer wieder mit derart wichtigen Entscheiden, lässt sich diese aber nicht in irgendeiner Form von aussen aufdrängen».

Mindestens ebenso deutlich erfolgt weist man in Liestal die Idee eines bikantonalen Gewerbeverbands zurück: «Ein KMU-Verband beider Basel hat, wie die Erfahrung mit anderen bikantonalen Wirtschaftsverbänden zeigt, nur wenig relevanten Einfluss und lässt wesentliche Interessen der Mitglieder ausser Acht» – eine Aussage, die auch eine Kritik unter anderem an der Handelskammer beider Basel enthält. «Die Wirtschaftskammer ist unter keinen Umständen bereit, sich derartig strategisch wichtige Entscheide in irgendeiner Form von aussen aufdrängen zu lassen», heisst es weiter. «Die entsprechende Diskussion müsste wenn schon aus den eigenen Reihen, sprich den Mitgliedern, angestossen werden. Dies ist nicht geschehen.» Es bestehe dazu auch keine Notwendigkeit. Für Forderungen von unbeteiligten Organisationen gebe es somit keinen Anlass.

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