Allschwil

Könnte der Lindenplatz trotz Volks-Nein doch noch umgestaltet werden?

Die Umgestaltung des Lindenplatzes in Allschwil wurde an der Urne abgelehnt.

Die Umgestaltung des Lindenplatzes in Allschwil wurde an der Urne abgelehnt.

Nach dem Volks-Nein ist die Umgestaltung des Allschwiler Lindenplatzes nicht gestorben.

Es war eine klatschende Ohrfeige, die die Allschwiler Stimmbürger am 27. September der gesamten Gemeindepolitik versahen. Sämtliche Parteien, der Gemeinderat und fast der ganze Einwohnerrat waren für die Umgestaltung des Lindenplatzes. Doch das Volk sagte mit 53 Prozent Nein. Für die Bewegung Lindengrün, die das Referendum ergriffen hatte, war es aber ein «Nein, aber». Denn die Mitglieder der losen Gruppe sind überzeugt: Die Allschwiler wollen zwar einen neuen Lindenplatz – aber nicht so, wie es die Planer vorsahen. «Dass auf dem Lindenplatz Handlungsbedarf besteht, ist unbestritten» sagt Beni Gnos von Lindengrün.

Deshalb stellt jetzt die Bewegung Forderungen, wie die weitere Planung vor sich gehen sollte – nämlich «basisdemokratisch», wie Rosemarie Imhof sagt. Das sei zwar eine «idealistische Idee», wie sie selber sagt. «Aber es ist anzustreben, dass vom ersten bis zum letzten Schritt mit den Beteiligten geplant wird.» Und deren Entscheide müssten verbindlich sein. Die Gemeinde hatte beim gescheiterten Projekt bereits eine Mitwirkung organisiert. «Das war sicher nicht genügend», sagt Gnos. «Das zeigte das Ergebnis an der Urne.»

«So schaffen wir den Anschub für ein neues Projekt»

Für ihn ist klar, dass sich mit dem Nein der Stimmbürger der Druck auf die Politik erhöht habe, ein neues Projekt auszuarbeiten. Nachdem alle Parteien das alte befürwortet hätten, sieht er es als Aufgabe einzelner Einwohnerräte an, als «Türöffner» zu wirken. «So schaffen wir den Anschub für ein neues Projekt.» Tatsächlich dürfte sich der Einwohnerrat schon an seiner morgigen Sitzung wieder mit dem Lindenplatz befassen – allerdings noch nicht mit einer neuen Projektidee.

Denn Etienne Winter (SP) spielt mit dem Gedanken, dem Rat vorzuschlagen, Geld für eine Nachabstimmungsanalyse zur verlorenen Abstimmung zu sprechen. Das Ziel: Herausfinden, was die 53 Prozent zu einem Nein bewogen hat. «Erst dann», sagt Winter, «können wir entscheiden, wie wir weiterfahren». Entscheidend sei jetzt nicht, was Lindengrün wolle, sondern was die Bevölkerung mit ihrem Nein gemeint habe. «Schliesslich konnte sie nicht mit einem ‹Ja, aber› stimmen.»

Nachabstimmungsanalysen gibt es seit vielen Jahren nach fast allen nationalen Urnengängen. Auf Gemeindeebene sind sie aber unüblich, wie Winter selber einräumt. «Es ist aber auch unüblich, dass sich der Einwohnerrat fast einstimmig hinter eine Vorlage stellt und das Volk dann dagegen ist.»

Bereits ein Gespräch mit der Gemeindepräsidentin

Vertreter von Lindengrün hatten bereits ein Gespräch mit Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli (FDP) über die Zukunft des Platzes. Auch wenn Nüssli ihnen dort noch nichts über das weitere Vorgehen gesagt hat, weil sie zuerst mit dem Gesamtgemeinderat sprechen will, stellt Gnos fest: «Es gibt Ansätze dafür, dass der Gemeinderat zur Einsicht kommt, dass mit dem Nein die Planung am Lindenplatz noch nicht abgeschlossen ist.»

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