Kunsti Sissach

Komitee unterstellt Gemeinderat, Kunsti abschaffen zu wollen

Das Komitee will das Dach mittels Metallgerüst am Rand abstützen, um den Eisbetrieb zu ermöglichen.

Das Komitee will das Dach mittels Metallgerüst am Rand abstützen, um den Eisbetrieb zu ermöglichen.

Das Komitee Eis 13/14 unterstellt dem Sissacher Gemeinderat, dass er die Kunsteisbahn gar nicht mehr wolle. Es macht dessen «Bremsmanöver» dafür verantwortlich, dass die Kunsti auf den Saisonstart im Herbst definitiv nicht zur Verfügung steht.

«Der Gemeinderat kann oder will unsern Speed nicht aufnehmen. Ich glaube, er will nicht.» Was Michael Amsler, Präsident des Komitees Eis 13/14, zu Beginn der heutigen Medienkonferenz subtil antönte, steigerte sich im Verlaufe der einstündigen Veranstaltung zu einer klaren Schuldzuweisung: Der Sissacher Gemeinderat ist für das Komitee der Hauptverantwortliche, dass die Kunsteisbahn auf den Saisonstart im Oktober hin definitiv nicht zur Verfügung steht.

Ur-Sissacher und EHC Biel-Trainer Kevin Schläpfer sagte es so: «Wir haben den Verdacht, dass der Gemeinderat auf die endgültige Schliessung der Kunsti spekuliert. Die ganze Verzögerungstaktik und die Bremsmanöver weisen auf das hin. Jetzt müssen 100 Kinder darunter leiden, das ist ein Skandal.»

Nein, nein, nein

Detailliert schilderten die Mitglieder des Ende Mai gebildeten Komitees, wie sie beim Gemeinderat mit ihren Bemühungen, die Kunsti per Saisonstart wieder zu eröffnen, aufliefen. So habe der Gemeinderat unter anderem die Einsichtnahme in ein Expertengutachten zum einsturzgefährdeten Dach, ein Vermittlungsgespräch mit der Holzbaufirma, die das Dach erstellt hat, sowie die Anträge auf eine Sondervorlage an der heutigen Gemeindeversammlung und danach auch die Einberufung einer ausserordentlichen Gemeindeversammlung Mitte August abgelehnt.

Jetzt sammelt das Komitee die benötigten 220 Unterschriften, um eine ausserordentliche Gemeindeversammlung zu erzwingen. Dort sollen die Sissacher den im April gefällten Beschluss, das Kunstidach mittels Teilrückbau für 700'000 Franken zu sanieren, auf weitere mögliche Sanierungsvarianten erweitern.

Verschiedene Lösungsvorschläge

Womit wir bei den Vorschlägen des Komitees sind, mit denen dieses das Schlittschuhlaufen auf der Kunsti zumindest ab nächstem Dezember wieder ermöglichen will: Im Vordergrund steht ein Metallgerüst mit 16 Stützen für das einsturzgefährdete Dach, das laut Michele Linsalata 700'000 Franken für drei Jahre kostet.

Denkbar sei auch eine Variante mit einem Stahlbogen, an dem das Dach aufgehängt wird oder die Verstärkung der Binder mittels einer Holzbauvariante, sagte Johann Rudolf Gunzenhauser. Doch für die rund 100 Junioren des EHC Zunzgen-Sissach ist der nächste Saison-Zug so oder so abgefahren: Sie müssen entweder für eine Meisterschaft pausieren oder zu einem andern Club wechseln.

Am meisten überraschte indes eine andere Aussage des Komitees: Im Gegensatz zur öffentlichen Meinung habe der Gemeinderat die vorsorgliche Beweisführung, bis zu deren Abschluss Eingriffe ins Dach praktisch unmöglich sind, noch gar nicht eingeleitet. Gemeindepräsident Peter Buser bestätigt dies. Das Ganze sei in Bearbeitung und brauche wegen der Komplexität Zeit. Die Liste mit den Details, die angeschaut werden müssten, werde nächstens eingereicht.

Im Übrigen sagt Buser: «Für den Gemeinderat ist die Kunsti sehr wichtig und wir arbeiten auch daran. Zu den einzelnen Vorwürfen will ich aber nicht Stellung nehmen.»

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