Reinach

Kommt es in Reinach bald zur grossen Rochade?

Eine körperbehinderte Bewohnerin übt mit einem Physiotherapeuten des Wohn- und Buerozentrums für Körperbehinderte (WBZ)  das Stehen und Gehen.

Eine körperbehinderte Bewohnerin übt mit einem Physiotherapeuten des Wohn- und Buerozentrums für Körperbehinderte (WBZ) das Stehen und Gehen.

Der Altbau entspricht den heutigen Anforderungen nicht mehr. Deshab sucht das Wohn- und Bürozentrum für Körperbehinderte (WBZ) eine neue Heimat. Das nötige Land für einen Neubau gäbe es, dazumüsste man aber zur Benutzung den FC Reinach rauswerfen.

Das WBZ unterhält im Osten Reinachs zwei Gebäude mit 70 Wohnplätzen für körperlich behinderte Menschen und schafft dabei 120 Arbeitsstellen. Behinderte leisten Dienste in den Bereichen Datenverarbeitung, Treuhand, Buchhaltung, dazu verfügt das WBZ über ein Restaurant, ein Atelier und eine Druckerei. Doch mit dem Platz wird es knapp, vor allem auch, weil beim älteren der beiden Gebäude eine grössere Sanierung ansteht.

WBZ-Altbau genügt den heutigen Anforderungen nicht

«Der Altbau von 1975 genügt den heutigen Anforderungen nicht. Die Zimmer sind klein und teilweise ohne eigene Nasszelle, was gerade für Menschen mit schwerer Behinderung oder in Rollstühlen sehr mühsam ist», sagt Stephan Zahn, der Direktor des WBZ.

Ein Umbau würde nur ein Teil der Probleme lösen und man hätte Mühe, die Bewohner woanders unterzubringen. Deswegen ist das WBZ auf die ihr wohlgesinnte Bürgergemeinde zugegangen. Diese verfügt gleich beim WBZ über ein Grundstück, das vom FC Reinach genutzt wird. Im Einschlag finden die meisten Spiele und Trainings statt.

«Wollen nicht im Weg stehen»

In einem Neubau könnte das WBZ zeitgemässere Wohnmöglichkeiten anbieten und das Angebot ausbauen. «Es wären nicht nur betreute Wohnplätze, sondern die Leute könnten auch normale Wohnungen mieten und die Menge an Assistenz einkaufen, die sie benötigen», erklärt Zahn. «Aber wir können dem Fussballverein nicht einfach den Platz wegnehmen. Man müsste zuerst Alternativen bieten für ihre Mannschaften.»

FC Reinach zeigt sich wohlwollend

Beim FC Reinach zeigt man sich wohlwollend, denn im Einschlag reicht der Platz nicht. Einige Spiele und Trainings finden deshalb auf der Sportanlage Fiechten im Süden Reinachs statt. Die Situation wird nicht als ideal empfunden.

«Wir wissen vom Interesse des WBZ und wollen nicht im Weg stehen», sagt Roland Ming, der Präsident des FC Reinach. «Man könnte mit dem Projekt Sportzone Fiechten mehr Platz schaffen. Wenn die Infrastruktur dort stimmt, wäre es ideal, künftig dort daheim zu sein. Es könnte eine gute Lösung für uns sein.»

«Alles sehr spekulativ»

Auch der Gemeinderat ist mittlerweile involviert. Gemeindepräsident Urs Hintermann bezeichnet die Ideen zum jetzigen Zeitpunkt aber als eine von mehreren Optionen. «Wenn das WBZ auf die Wiese käme, hätte der FC Reinach nicht genug Platz und man müsste nach Alternativen suchen», sagt Hintermann. «Dies ist aber alles sehr spekulativ, solange man nicht weiss, wo das WBZ baut.»

Finanzierung muss gesichert sein

Gedanken über eine mögliche Nutzung hat man sich aber gleichwohl gemacht. Sollte der FC Reinach all seine Aktivitäten auf das Areal Fiechten verlegen, stünde der Hauptplatz frei. Platz, der etwa für eine Wiedereröffnung eines Robi-Spielplatzes genutzt werden könnte, für eine Skateranlage oder für den benachbarten Tierpark.

Bevor die politischen Mühlen mahlen, liegt der Ball beim WBZ und seiner Stiftung. Denn die Finanzierung aus privaten Mitteln für einen Neubau muss zuerst gesichert werden.

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