Das war ein Start nach Mass: Seit Mai gibt es den Verein Begegnungszone Liestal, der sich für die Geschäfte im und ums Stedtli einsetzen will. Vergangenen Samstag trafen sich die Mitglieder erstmals zu einem Apéro. Dort verkündete ein fast schon euphorischer Präsident Stefan Ulrich: «Ich bin überwältigt, wie viele wir schon sind. Stand heute zählt unser Verein 60 Mitglieder.»

Vereinszweck ist gemäss Statuten «ein Aktionsportal zu schaffen für Geschäfte und Lokalitäten in Liestal». Das wurde mittels vereinseigener Homepage mit Verbindung zur Facebook-Seite, auf der alle Mitglieder ihre Angebote und Aktionen vorstellen können, umgesetzt. 38 000 Besucher seien letzten Monat registriert worden, sagte Ulrich. Etliche Mitglieder hätten ihren Umsatz dadurch schon «markant» steigern können.

Alles, nur kein Gegeneinander

Ulrich kündete weitere Aktivitäten an: «Wir wollen an einem Samstag pro Monat ein Highlight veranstalten. Als nächstes kommt nach den Sommerferien eine Tanzgruppe nach Liestal.» Dies nach dem wöchentlichen Genussmarkt auf der Rathausstrasse, der jeweils um 13 Uhr endet. Damit verschwänden aber auch die meisten Leute aus dem Stedtli. Und das wolle man ändern. Nichts will Ulrich von einer Konkurrenzierung von KMU Liestal, der angestammten Interessensvertretung des Gewerbes, wissen. Eine erste Zusammenkunft mit KMU und der Stadt gebe es Anfang August, alle würden sich als Teil der Stadtentwicklung verstehen.

Anders tönte es bisher von der Gegenseite: KMU Liestal-Präsident Matthias Renevey sprach an der GV im Mai sehr wohl von einer Konkurrenzierung. Mittlerweile temperiert er seine Wortwahl nach unten: «Das fiel in der ersten Aufregung, jetzt hat sich die Situation beruhigt, und wir suchen das Miteinander.» Ein Gegeneinander dürfe es einfach nicht geben.

Die Optik ist schon sehr verschieden

Doch die Optik von KMU und des neuen Vereins seien schon sehr verschieden. Letzterer fokussiere aufs Zentrum und habe damit eine mikroökonomische Sicht, KMU vermarkte Liestal als Ganzes. Die anfängliche Aufregung sei auch Folge des Vorwurfs gewesen, KMU mache zu wenig. «Das stimmt einfach nicht», betont Renevey, und erinnert gerade ans KMU-Engagement rund um die Erneuerung der Rathausstrasse.

Und was sagt er dazu, dass der neue Verein innerhalb von zwei Monaten viele Geschäfte gewinnen konnte, die bisher nichts von KMU wissen wollten? Denn laut Ulrich sind nur acht der 60 Mitglieder auch bei KMU dabei. Renevey: «Das dürfte eine Frage des Preises sein.» Bei KMU Liestal kostet die Mitgliedschaft pro Jahr je nach Firmengrösse 450 bis 2000 Franken, bei «Begegnungszone Liestal» 100 Franken.

Eine, die bei beiden Mitglied ist, ist Beatrice Rieder vom «herzlich». Sie sagt: «Beide bewegen etwas für und in Liestal. Das unterstütze ich.»