Was die bz bereits vor 10 Tagen angekündigt hat, wurde nun offiziell vollzogen: Das Baselbieter Zivilkreisgericht Ost hat den Konkurs über das Prattler Chemie-Unternehmen Rohner AG eröffnet. Dies vermeldete die Sicherheitsdirektion (SID). Verwaltet wird der Konkurs durch das Konkursamt Baselland.

Die SID schreibt weiter, dass der Konkursverwalter «bereits diejenigen Massnahmen eingeleitet hat, welche für die unmittelbare und mittelfristige Sicherheit von Bevölkerung und Umwelt notwendig sind».

Auf Nachfrage präzisiert SID-Sprecher Adrian Baumgartner, dass dies periodische Kontrollgänge des Amts für Umweltschutz und Energie (AUE) umfasst wie auch Patrouillen eines Sicherheitsdienstes. Die Verantwortung für die Sicherheit auf dem Gelände wechselt mit der Konkurseröffnung nun zur SID.

Gleichzeitig sind die 143 Rohner-Mitarbeiter eingeladen, «ihre Forderungen zur Sicherung ihrer Rechte beim Konkursamt schriftlich zu deponieren». Wie die bz bereits berichtete, konnte Rohner-Geschäftsführer Daniel Pedrett schon seit mehreren Monaten keine Löhne mehr auszahlen. Ein Grossteil der Belegschaft legte daraufhin die Arbeit nieder. «Das Konkursamt erstellt nun ein Inventar, aus dem sich allfällige Erlöse zur Tilgung der Forderungen ergeben», schreibt die SID.

Fachbericht zur Verschmutzung liegt endlich vor

Am Ursprung der Abwärtsspirale, in die das Unternehmen geriet, steht die Prattler Grundwasserverschmutzung, die vom Kanton im März festgestellt worden war. Die Rohner AG bestreitet nach wie vor, dass ihr Leitungsleck dafür verantwortlich ist und warf dem Kanton – untermauert von eigenen Berechnungen – Falschaussagen vor.

Auf Nachfrage bestätigt die Bau- und Umweltschutzdirektion, dass der abschliessende Fachbericht des AUE zur Grundwasserverschmutzung vergangenen Freitag an die Staatsanwaltschaft übermittelt worden sei. Diese untersucht nun die Schuldfrage.