Quecksilber

Kontaminierte Halle in Zwingen muss wohl abgebrochen werden.

Die Quecksilberbelastung in der Zwingner Halle ist zu gross, sie muss wohl abgebrochen werden.

Spezialisten saugen giftiges Quecksilber aus einer Garage ab, die Zwingner Halle, die stark mit Quecksilber belastet war, muss voraussichtlich abgebrochen werden.

In Zwingen sperrte die Gemeinde eine ehemalige Gewerbehalle ab. Zuvor waren in der Innenluft zu hohe Konzentrationen an elementarem Quecksilber festgestellt worden. Die Dämpfe können für den Menschen gefährlich sein. Derzeit ist ein Umweltbüro daran, die Luft abzusaugen und das Schwermetall heraus zu filtern. Ob die Sofortmassnahme erfolgreich ist, zeigt sich im November. Danach will die Gemeinde über das weitere Vorgehen entscheiden.

Dass das Gelände mit Quecksilber belastet ist, war schon seit längerem klar. Nur wurde das Metall ursprünglich im Untergrund vermutet.

Pool-Umrandungen mit Quecksilber behandelt

Quelle der Verunreinigung ist die Tätigkeit der früheren Besitzerin und Nutzerin der Halle, der Arizona Pool Schweiz AG. Quecksilberhaltige Lösungen wurden früher dazu benutzt, um Pool-Umrandungen aus Holz zu imprägnieren. Bei zwei ehemaligen Tauchbecken war die Konzentration deshalb besonders hoch. Das Quecksilber im Boden verdampft vor allem während der warmen Jahreszeit. Im Innenraum wurden teilweise Konzentrationen gemessen, die den geltenden Grenzwert für Arbeitsplätze ums Dreifache übersteigen.

Die Gewerbehalle wurde in den vergangenen Jahren vor allem von Wagencliquen genutzt. Ebenso diente die Halle als Abstellraum für Wohnwagen. Die Hallenzugänge sind seit Ende August aufgrund einer Verfügung der Gemeinde Zwingen gesperrt. Die Mieter dürfen den Raum nur betreten, um Gegenstände abzuholen.

Bereits 2017 Sanierungsvariante erarbeitet

Ganz neu sind die Erkenntnisse über das Quecksilber im Boden nicht. Bereits 2017 lag nach diversen Untersuchungen eine Sanierungsvariante vor. Aufgrund der erwarteten hohen Kosten – rund zehn Millionen Franken – beschlossen die kantonalen Behörden, ein Drittgutachten zu erstellen. Dabei zeigte sich, dass weitere Standortuntersuchungen notwendig sind. Diese hat der Grundeigentümer beantragt. Luftmessungen wurden jedoch keine vorgenommen – unter anderem auch deshalb, weil sie nicht vorgeschrieben und auch nicht mehr üblich seien, wie ein Verantwortlicher des Unternehmens, das mit dem Absaugen und Filtern der Hallenluft beauftragt wurde, zu dieser Zeitung sagt.

Rainer Bachmann vom Baselbieter Amt für Umweltschutz und Energie sagt auf Anfrage, das Sanierungsprogramm könne voraussichtlich 2021 starten. Vorgesehen ist, die Halle abzubrechen und das belastete Material auszuheben. Ein beträchtlicher Teil der Kosten dürfte am Kanton hängen bleiben: Die Arizona Pool Schweiz AG ging 2011 Konkurs.

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