Machbarkeit

«Kostet locker eine Milliarde» – BLT-Chef Büttiker sieht wenig Chancen für S-Bahn ins Leimental

Eine S-Bahn ins Leimental hält Andreas Büttiker für unrealistisch.

Die Idee des Baus einer S-Bahn ins Leimental wird heiss diskutiert. BLT-Chef Andreas Büttiker zweifelt jedoch daran, dass das Projekt umgesetzt wird.

Der Oberwiler CVP-Landrat Pascal Ryf hat einen Nerv getroffen. Sein Vorstoss zum Bau einer S-Bahn-Verbindung ins Leimental stösst auf grosses Interesse und wird rege kommentiert. So schreibt der VCS beider Basel auf dem Kurznachrichtendienst Twitter: «Die S-Bahn durchs Leimental würde eine deutlich bessere Anbindung an Basel bringen. Die schnellere Verbindung entlastet Tram und Strasse. Vorstoss wird zeigen, wie die Linienführung aussehen könnte. Wir sind gespannt!»

Insbesondere bei offensichtlich verkehrsgeplagten Menschen aus dem Leimental kommt Ryfs Forderung gut an. Der Basler Architekt Donat Kamber merkt allerdings an, eine solche Verbindung mache nur Sinn, wenn sie weiter nach Rodersdorf und dann über französisches Staatsgebiet nach Pruntrut in den Jura-Zipfel geführt wird.

Der Allschwiler Grünen-Einwohnerrat und Fraktionspräsident Ueli Keller würde jedenfalls eine «U-Bahn» durchs Leimental viel lieber sehen als einen Bahnanbindung zum «Klumpenrisiko Euro-Airport».

BLT-Chef anerkennt: «Müssen wirklich was tun»

Grundsätzlich positiv findet BLT-Direktor Andreas Büttiker, dass anhand von Ryfs Postulat eine Auslegeordnung der problematischen Verkehrssituation im Leimental vorgenommen werden kann: «Die Bevölkerung wächst weiterhin sehr stark. Wir müssen wirklich etwas tun. Wenn das so weiter geht, wird sich der Verkehr auf den bestehenden Infrastrukturen weiter behindern», kommentiert Büttiker die Idee im «Regionaljournal Basel» von SRF.

Wenig erstaunlich steht der oberste Baselbieter «Trämmler» einer Konkurrenz durch die SBB allerdings skeptisch gegenüber. «Das Tram im Leimental ist eigentlich schon eine Regio-S-Bahn.»

Eine parallele Streckenführung von Bahn und Tram mache aus Büttikers Sicht keinen Sinn, wenn man die horrenden Kosten von «locker» einer Milliarde Franken für eine unterirdische Streckenführung in Betracht ziehe. Da im Leimental eine KMU-Struktur vorherrsche und es keinen grossen Arbeitgeber im Stile der Basler Pharma gebe, sei eine Finanzierung in dieser Grössenordnung unrealistisch.

Büttiker zieht andere Projekte vor, auch «innovative wie einen Schnellradweg». Gleichzeitig macht der BLT-Chef Werbung in eigener Sache: Eine bessere Verbindung zum Bahnhof SBB, also eine Neuauflage des Margarethenstichs, «muss wieder zum Thema werden». So weitermachen wie bisher – «hier ein Projektlein, dort ein Projektlein» – reiche schlicht nicht mehr aus.

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