Buchgestaltung

Kreatives Duo aus der Region für Bilderbuch ausgezeichnet

Gärtner Lukas Lavater und Illustratorin Petra Rappo kreieren laut der Stiftung Buchkunst aus Frankfurt eines der «schönsten deutschen Bücher». Durch den Erfolg des Buchs haben die beiden einige Aufträge erhalten.

Was entsteht, wenn ein Gärtner und eine freischaffende Illustratorin aufeinandertreffen? Eines der schönsten deutschsprachigen Bücher 2016! Zu diesem Schluss kam die Stiftung Buchkunst Frankfurt, als sie das Bilderbuch «Baum an Baum» mit Text von Lukas Lavater und Illustrationen von Petra Rappo im September mit dem entsprechenden Preis auszeichnete. Die Stiftung fördert Bücher, die in Gestaltung, Konzeption und Verarbeitung herausragen und einen schönen Gesamteindruck machen. Die feinfühlige Erzählung von zwei Bäumen, die im Wandel der Jahreszeiten ihre verschiedenen Charakterzüge entfalten, wirkt besonders durch die sinnliche Gestaltung und das Zusammenspiel von Text und Bild.

«Die Geschichte ist im Jura entstanden, in Saignelégier. Dort steht dieser wunderschöne Baum mit den zwei Wipfeln, unter dem ich oft sitze», erzählt Autor Lukas Lavater. «Für mich ist das ein Kraftort.»

Ein Gärtner macht Bücher

Lavater hat vor 11 Jahren den Verlag Holapress gegründet – ergänzend zu seinem Gartengestaltungsgeschäft in Allschwil. Das erste Werk des kleinen Teams war ein Kinderbuch über die beiden Schweinchen, die im Hof der Gärtnerei leben. Schon damals sei die Zusammenarbeit zwischen ihm und Petra Rappo sehr produktiv gewesen. «Und plötzlich, nach 10 Jahren, hat er mich zu einem Nachtessen eingeladen, um ein neues Projekt vorzuschlagen», erinnert sich Rappo und lacht. Am nächsten Tag habe sie zugesagt.

Die Gestalterin hat ihr Atelier in Basel und lebt die Liebe zu ihrem Beruf aus. Buchprojekte wie die von Holapress, die ihr künstlerisch alle Freiheit lassen, und sich auch bei Fragen zum Format oder zur Papierwahl an ästhetischen Argumenten orientieren, seien für sie erfüllend. Lavaters Text habe ihr von Anfang an gefallen. Ihr war wichtig, dass die Bilder dem Betrachter Raum lassen, um sie mit seiner eigenen Fantasie weiterführen zu können. Die Jury der Stiftung Buchkunst lobt diesen Ansatz: «Die Verse selbst werden nicht einfach abgemalt. Die Bilder zeigen eher das, was zwischen den Zeilen steht.» Rappo erklärt: «Bei einem Buch muss nicht nur jedes Bild in sich stimmig sein, sondern alle Seiten müssen als Ganzes wirken.»

Konstruktive Zusammenarbeit

Während Rappo auch die Beiträge von Lithograf und Typograf schätzte, war Lavater froh um die wertvollen Anmerkungen des Lektors. «Er konnte manchmal die Bedeutung von einzelnen Wörtern hinterfragen, bei denen ich mir gar keine Gedanken gemacht hatte. Mir gefällt, wenn jemand so spielerisch mit der deutschen Sprache umgehen kann.» Konstruktive Kritik und gute Zusammenarbeit scheinen in allen Bereichen die Basis für das Werk gewesen zu sein.

Lavater gibt zu: «Ich bin froh, dass mein Geschäftspartner so toll mitzieht. Finanziell ist der Verlag nicht wirklich rentabel, aber wir haben durch die Resonanz des Buchs einige Aufträge bekommen.» Er sieht im Schreiben und in der Buchproduktion vor allem den Gewinn an Lebensqualität. Auch Rappo erklärt: «Es ist ein erfüllendes Erlebnis, aus dem Nichts etwas zu kreieren. Und gerade ein Buch hat eine schöne Eigendynamik. Es trägt etwas in die Welt und lebt weiter.»

Für Lavater ist die Botschaft des Buches wichtig. Als Gärtner erlebe er oft, dass mit Bäumen brutal umgegangen wird. «Man fällt sie, schneidet sie unsachgemäss, weil sie Schatten machen oder im Weg stehen», ärgert er sich, «die Menschen verlieren zunehmend den Bezug zum Wert von Bäumen.» Für ihn stellen Bäume in schnelllebigen Zeiten kraftvolle Beständigkeit dar. Mit dem umweltschonenden, hochwertigen Papier und der subtilen Geschichte setzt das Buch eindeutig ein Zeichen für die Wertschätzung von Bäumen.

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