Die Baselbieter Kantonsgarage, die zuletzt im Fokus der Fahrzeug-Affäre gestanden hat, erhält einen neuen Chef: Beat Tschudin (48) übernimmt im Dezember die Leitung des Fahrzeugwesens in der Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD). Tschudin leitete die letzten zwölf Jahre die Fahrzeugbewirtschaftung bei der Polizei. «Bei diesem wichtigen und zuletzt auch politisch exponierten Job ist uns Kohärenz wichtig», sagt BUD-Generalsekretärin Katja Jutzi.

Tschudin folgt auf Christian Oberhausser, der Ende August in Pension geht – exakt ein Jahr vor dem ordentlichen Termin. Oberhausser habe sich wegen der Neuorganisation der Kantonsgarage auf eigenen Wunsch frühpensionieren lassen, sagt Jutzi: «Es ist nicht so, dass er wegen der Fahrzeug-Affäre gehen musste. Er war in die Analyse des Ist-Zustands involviert.» Oberhausser hat im Dezember 2018 die Leitung der Garage abgegeben und erfüllt nun andere Aufgaben.

Die Neuorganisation war von der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Landrats im Zuge der Unstimmigkeiten um Fahrzeugverkäufe in der BUD gefordert worden. Der neue Ressortleiter Beat Tschudin soll das unter dem Namen «Garage 2020 +» geführte Projekt umsetzen. Die Regierung will auch künftig eine eigene Werkstätte zur Reparatur und Wartung der Kantonsfahrzeuge betreiben. Noch nicht festgelegt hat sie sich hingegen bei der Frage, ob künftig vermehrt oder gar ausschliesslich auf Leasing gesetzt wird.

Bisher hat der Kanton alle Fahrzeuge gekauft. Die Regierung lässt hierzu eine Kosten-Nutzen-Analyse erstellen. Den Entscheid werde sie voraussichtlich bis Ende Jahr fällen, sagt Jutzi. Der Landrat wird am 29. August über den Stand des Projekts «Garage 2020 +» debattieren. GPK-Präsident Hanspeter Weibel forderte im Juni mehr Mut bei der Reorganisation: So könnte die Wartung der Polizeifahrzeuge gemeinsam mit Basel-Stadt organisiert werden. Die Kantonsflotte umfasst derzeit 330 Fahrzeuge, darunter 150 Polizeifahrzeuge.