Dornach

Kuhhandel in Dornach: «Glungge» bleibt offen, dafür steigen die Steuern

Bleibt nun doch nicht geschlossen: Gartenbad Widen.

Bleibt nun doch nicht geschlossen: Gartenbad Widen.

Grossandrang an der Gemeindeversammlung in Dornach. 500 Stimmberichtige erschienen und stimmten einem Kuhhandel zu: Das Gartenbad wird nicht geschlossen, dafür wird der Steuerfusses um 6 auf 96 Prozent angehoben. Zwei Stimmen gaben den Ausschlag.

Die Gemeinde hattte vorgesorgt und die Gemeindeversammlung am Donnerstagabend ausnahmsweise in die geräumigere Turnhalle Bruggweg verlegt.

Zu Recht, wie sich rasch zeigte. Denn auch in der grösseren Lokalität wurde es rasch eng. Rund 500 Stimmberechtigte standen Schlange, um die Eingangskontrollen zu passieren.

Die Abstimmung über den zweiten Budgetvoranschlag lockte so manchen hinter dem Ofen hervor, denn schliesslich stand unter anderem das kleine Gartenbad der Gemeinde auf dem Spiel.

Watsche vom Stimmvolk

Angesichts des Aufwandüberschusses von etwa 1,1 Millionen in der laufenden Rechnung hielt der Gemeinderat an der Steuerfuss-Erhöhung um fünf Prozent fest.

Im Dezember bekam er dafür - vor allem von bürgerlicher Seite - eine Abfuhr: Die Gemeindeversammlung hatte damals entschieden, nicht auf die Budget-Vorlage einzutreten.

Daher musste der Gemeinderat nochmals über die Bücher. Schliesslich konnte am Donnerstag der Gemeindepräsident Christian Schlatter (FWD) den zweiten Budget-Voranschlag mit zusätzliche Kürzungen von 326'000 Franken vorlegen.

Von den Massnahmen wäre auch die «Glungge» betroffen gewesen: Das kleine Dornacher Gartenbad hätte gemäss Budgetvorschlag diesen Sommer geschlossen bleiben müssen. Damit hätten rund 100'000 Franken eingespart werden sollen.

Sparmassnahmen chancenlos

Wie erwartet war der Widerstand gegen dieses Vorhaben gross. «Das Gartenbad ist als idealer Treffpunkt ein fester Bestandteil des Dornacher Lebens», meinte Alt Gemeinderat René Umher (SP). Mit einer Petition hatte er vorher bereits 800 Unterschriften gegen die Schliessung der «Glungge» zusammengebracht. Mit grossem Mehr und unter tosendem Applaus wurde schliesslich die diesjährige Dornacher Badesaison gerettet.

Auch andere Sparmassnahmen im Budgetvoranschlag, etwa die Kürzung des jährlichen Beitrags der Gemeinde an die Rudolf-Steiner-Schule, hatten keine Chance. Insbesondere die kurzzeitig bedrohte «Glungge» war vielleicht ein Wink mit dem Zaunpfahl vonseiten des Gemeinderates, den Widerstand gegen eine Steuerfuss-Erhöhung nochmals zu überdenken.

Zwei Stimmen geben den Ausschlag

So entschloss sich die Mehrheit der Stimmberechtigten, nach der Ablehnung der unpopulären Kürzungen konsequent zu bleiben und dafür bei den Einnahmen zu schrauben. Nebst der vom Gemeinderat vorgeschlagenen Hebung des Steuerfusses um fünf Prozent, wurden auch andere Varianten ins Spiel gebracht.

Schliesslich gab die Dornacher Legislative sogar einer Erhöhung um sechs Prozent den Vorzug, wobei der Entscheid knapp ausfiel: Mit 205 zu 203 Stimmen entschied die Gemeindeversammlung, dass der Steuerfuss für dieses Jahr bei 96 Prozent liegen soll.

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