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«Lärm, Schmutz und Erschütterungen»: Allschwil wird jahrelang zum Baustellen-Hotspot

Die Baslerstrasse in Allschwil

Die Baslerstrasse in Allschwil

Anfang April beginnt der Kanton mit der Sanierung und Umgestaltung der Baslerstrasse in Allschwil. Das dauert drei Jahre. Es wird Umleitungen und Ersatzbusse geben. Danach fängt die Gemeinde mit eigenen Baustellen an.

Die notfallmässige Sanierung der Schienen an der Baslerstrasse letztes Jahr sei bereits sehr lärmig gewesen, meinte eine Allschwilerin am Dienstag im Gartenhof-Schulhaus. Der Kanton informierte dort die betroffene Bevölkerung über die anstehende Sanierung der Baslerstrasse. Und es zeigte sich: Was die Anwohnerin erlebt hat, war erst ein Vorgeschmack auf die kommenden Jahre. Denn ab dem 3. April und bis Ende 2020 ist die Baslerstrasse eine Grossbaustelle.

Der Kanton saniert die 1,8 Kilometer zwischen Baselmattweg und Kantonsgrenze. Zuletzt neu gestaltet wurde die Strasse 1956, seither gab es nur Flickwerk (modernisiert ist nur die Grabenring-Kreuzung). Jetzt soll der Strassenquerschnitt durchgehend gleich gestaltet werden. Davon verspricht sich der Kanton Verbesserungen für alle Verkehrsteilnehmer.

Sommer werden heikel

«Wir arbeiten uns von Allschwil Richtung Stadt», erklärte der Projektverfasser Bernhard Senn. Im April fahren die Bagger zwischen Baselmattweg und Maiengasse auf, 2019 wird weiter bis zur Merkurstrasse gearbeitet, und 2020 ist der Abschnitt bis zur Kantonsgrenze dran. Jedes Jahr verläuft in drei Etappen: Im Frühjahr die Leitungen, im Sommer das Tram und danach die Strasse. Heikel für die Verkehrsteilnehmer werden jeweils die mittleren Etappen, die in den drei Sommern stattfinden. Dann wird im Zweischichtenbetrieb von 5 bis 22 Uhr gearbeitet, bei Bedarf nachts und am Wochenende. Jeweils zwischen Juni und September setzt die BVB zwischen Morgartenring und Endstation Ersatzbusse ein.

Der Individualverkehr wird diesen Sommer stadtauswärts durch die Quartierstrassen Maiengasse und Baselmattweg geführt. Die Umfahrungskonzepte für 2019 und 2020 werden erst noch erarbeitet, aufgrund der Erfahrungen dieses Jahr, wie Boris Kunze, Projektleiter in der Bau- und Umweltschutzdirektion, erklärte. Für den Transitverkehr sind grossräumige Umleitungen durch die Binningerstrasse und den Hegenheimermattweg signalisiert.

Gewerbe bleibt ungerührt

Eines räumte Kunze offen ein: «Es wird Lärm, Schmutz und Erschütterungen geben.» Die rund 200 Anwohner im Saal nahmen diese Ankündigung gelassen. Kritisiert wurde nur, die neu erstellten Kap-Haltestellen und der Kreisel bei der Ziegelei würden den Verkehr stauen. Doch die Verantwortlichen machten klar: Am Projekt kann man nicht mehr rütteln, es ist rechtskräftig und wird wie geplant ab April umgesetzt.

«Wenn der Dreck und der Lärm mal da sind, werden schon einige reklamieren», sagte Gemeindepräsidentin Nicole Nüssli zur bz. Bisher habe sich nicht mal das Gewerbe gross für die drei Jahre Baustelle interessiert. Dabei werden Anlieferungen erschwert, und in den Baustellenabschnitten wird es keine Parkplätze geben.

Allschwil wird in den kommenden Jahren den Titel Baustellen-Hotspot nicht so rasch los. Die Gemeinde will nämlich voraussichtlich 2019 mit der Umgestaltung des Hegenheimermattwegs beginnen. Das wird zwei bis drei Jahre dauern. Kaum wird der Kanton 2020 seine Bagger abgezogen haben, will die Gemeinde den Lindenplatz sanieren. Diese will bereits 2019 mit der Sanierung des Hegenheimermattwegs loslegen. Und der Kanton ist derzeit am planen, um noch den Abschnitt Dorf der Baslerstrasse neu zu gestalten.

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