Peter Hueber, vor einem Jahr setzten Sie sich gegen die geplanten Deponien im Laufental zur Wehr. Nun machten Sie sich für das Läufelfingerli stark. Was verbindet die beiden Vorlagen des Kantons?

Peter Hueber: Es ging in beiden Fällen darum, Randregionen zu vernachlässigen. Damals und jetzt war bei der betroffenen Bevölkerung der Wille da, für etwas einzustehen, das den Menschen am Herzen liegt. Bei uns waren es die zwei Trinkwasserquellen und im Oberbaselbiet die S 9. Dank der Solidarität aus dem übrigen Baselbiet konnten wir uns gegen die Pläne des Kantons durchsetzen. Das gelingt aber nur, wenn der Widerstand überparteilich ist.

Was zeichnet für Sie denn eine starke Randregion aus?

Eine Randregion benötigt eine gute Vernetzung durch den öffentlichen Verkehr. Ebenso ist es wichtig, dass Institutionen wie etwa Polizeiposten oder Zivilstandsämter in den Regionen belassen werden. Der Kanton verfolgt eine Strategie der Zentralisierung, was ich falsch finde. Ämter sollten vor Ort in den Randregionen betrieben werden, da die Mitarbeiter die dortigen Gepflogenheiten kennen.

Wie könnten sich die Regionen untereinander besser vernetzen?

Die Gründung einer Regionenkonferenz, bei der aus jedem Baselbieter Bezirk einer oder mehrere Personen teilnehmen, würde Sinn machen. Im Plenum könnten die Vertreter die Anliegen ihrer Bezirke einbringen. Eine derartige Konferenz könnte Druck auf das Parlament und die Regierung ausüben.

Nach den beiden Quellen und dem Läufelfingerli haben Sie vor, sich als Nächstes für das bedrohte Spital Laufen einzusetzen.

Genau. Das geplante Notfallzentrum mit eingeschränkten Öffnungszeiten ist für uns keine Option. Wir fordern für die 30'000 Menschen im Einzugsgebiet mindestens rund um die Uhr einen Notfall. Die Erstversorgung muss im Spital Laufen durchgeführt werden können. Sollte sich der Baselbieter Landrat im nächsten Frühjahr für reduzierte Öffnungszeiten aussprechen, werden wir das Referendum ergreifen.

Trotz der von Ihnen propagierten Solidarität sind in den Laufentaler Gemeinden am Sonntag nur sehr wenige Menschen an die Urne gegangen. Wie erklären Sie sich das?

Leider stimmten auch vorgestern im Laufental vor allem diejenigen ab, die immer an die Urne gehen. Wie immer spielte es zudem eine Rolle, über was sonst noch abgestimmt wurde.