Reaktionen

Landräte sind mit den Varianten über die Zukunft des Kantonsspital Baselland gar nicht zufrieden

KSBL Liestal

FDP-Landrat Christof Hiltmann macht sich Sorgen um das Kantonsspital Baselland. «Die Finanzlage ist ernst. Das Eigenkapital ist tief und der Ergebnistrend negativ», sagt der Präsident der landrätlichen Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission (VGK). Es brauche in erster Linie kurzfristige Massnahmen, um dieses Finanzproblem in den Griff zu bekommen. «Zudem bedauern wir, dass der Strategieprozess zur Zukunft des Spitals nicht schon weiter ist», sagt Hiltmann. «Die Regierung hat nun unnötigerweise wenig Zeit für ihre Aufgabe.»

Hiltmann steht mit dieser Meinung nicht alleine da. «Auf diesen Variantenfächer wartet die Politik schon lange», finden die VGK-Mitglieder Rahel Bänziger (Grüne) und Marc Scherrer (CVP) unisono. Doch auch der nun gewählte Prozess stösst im Parlament auf Skepsis. Es sei doch eher ungewöhnlich, dass die Ausgangslage einer Strategie vom Kantonsspital als Leistungserbringer und nicht vom Kanton als Eigner und Leistungsbesteller erarbeitet wird.

Aber auch inhaltlich lösen die vorgelegten Varianten bei Gesundheitspolitikern im Landrat keine Begeisterungsstürme aus. «Das ist alter Wein in neuen Schläuchen», kommentiert Scherrer. So sei etwa absehbar gewesen, dass das Spital Laufen bei der Spitze des Kantonsspitals keine Priorität geniesst, sagt der Laufentaler Christdemokrat. Wirklich wichtig aber sei erst, für welche Variante sich die Regierung bis im Herbst entscheidet. Das Laufental werde sich bis dahin weiter für sein Spital einsetzen.

Es fehlen zu viele Informationen

Kommissionskollegin Bänziger dagegen geht davon aus, dass die Tage des Spitals Laufen in seiner heutigen Form gezählt sein dürften. Dafür würden nur schon die Fallzahlen sprechen. «Wenn man betrachtet, wie viele Laufentaler heute noch ins Spital Laufen gehen und wie viele nach Basel, dann haben die Laufentaler den Entscheid eigentlich schon längst gefällt», sagt sie.

Im Grundsatz aber seien die Varianten heute gar nicht abschliessend zu beurteilen. Dafür fehlten viel zu viele Informationen, was unbefriedigend sei, ist aus der Kommission zu hören. «Ich will jeweils das medizinische Konzept, eine Strategie und ein Preisschild sehen, um beurteilen zu können, welche Option realistisch ist», bringt es Bänziger auf einen einfachen Nenner. Der Prozess solle Transparenz herstellen, ergänzt Scherrer. «Aufgrund weniger Schlagworte aber lässt sich kaum etwas ableiten.

Auch die FDP zeigt sich unbefriedigt. Sie erwarte von der Regierung eine Analyse, wie viel und welches stationäre Angebot überhaupt noch nötig ist – und das möglichst rasch, schreibt sie in einer Mitteilung. Die anhaltende Unsicherheit schade dem Spital und sei für Mitarbeitende, zuweisende Ärzte und Patienten unbefriedigend.

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Autor

Daniel Ballmer

Daniel Ballmer

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